Außenansicht des Karl-Marx-Hauses in trier (Foto: SWR)

Rollstuhlfahrer haben es schwer Karl-Marx-Haus nicht barrierefrei

Rollstuhlfahrer können nur das Erdgeschoss im frisch sanierten Karl-Marx-Haus in Trier besuchen. Einen Aufzug gibt es nicht. Warum eigentlich?

Die Friedrich-Ebert-Stiftung als Hausbesitzerin hat sich nach eigenen Angaben bei der Sanierung zum diesjährigen Karl-Marx-Jubiläumsjahr gegen einen Aufzug entschieden. Sie hatte befürchtet, dass durch den Einbau eines Aufzuges einiges von der Bausubstanz des Barockhauses zerstört würde. Außerdem ginge Ausstellungsfläche verloren. Der Denkmalschutz habe generell keine Einwände gegen einen Aufzug gehabt.

Aufzug schon vor mehr als zehn Jahren im Gespräch

Nach Angaben der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde schon bei der letzten größeren Sanierung 2005 über einen behindertengerechten Ausbau diskutiert. Das Land habe damals auch Fördermittel zugesagt. Allerdings habe die Stiftung die Gesamtkosten zu hoch bewertet. Jetzt können Menschen mit Gehbehinderung nur das Erdgeschoss des dreistöckigen Hauses besichtigen.

Behindertenbeirat war nicht eingebunden

Der Behindertenbeirat kritisiert, dass er bei der Sanierung des Karl-Marx-Hauses nicht eingebunden wurde. Der Trierer Bindertenbeauftragte Gerd Dahm sagte, er könne sich Verbesserungen vorstellen. Es wäre zu prüfen, wie man einen Aufzug einbauen kann. Oder wie Schwellen und Stufen so verändert werden könnten, ohne das halbe Haus abzureißen. Der Behindertenbeirat sei zu Kompromissen bereit, wenn er "einfach mal gefragt werde."

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