Stephan Ackermann (Foto: dpa Bildfunk)

Kommentar von Frank Scheuer "Bischof Ackermann macht sich rar"

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat am Donnerstagvormittag mit Priestern, Diakonen und Ordensmännern über die Missbrauchsstudie gesprochen - und das nicht öffentlich, hinter den Mauern des Trierer Priesterseminars. In der Öffentlichkeit schweigt Ackermann, wie so oft, meint SWR-Redakteur Frank Scheuer.

Frank Scheuer  (Foto: SWR)
SWR-Redakteur Frank Scheuer kritisiert Bischof Stephan Ackermann.

Der Missbrauchsbeauftragte, Bischof Stephan Ackermann, macht sich rar - immer dann jedenfalls, wenn das heikle Thema an die Öffentlichkeit drängt. Dann wartet man meist vergebens auf eine klare Aussage von ihm. Erst jetzt wieder, als eine Reihe von Bischöfen laut einem Medienbericht eine deutsche Missbrauchssynode vorschlug - da war von Bischof Ackermann keine Reaktion zu bekommen.

Natürlich geht es da auch um so schwierige Themen wie Zölibat und katholische Sexualmoral. Aber Ackermann schweigt: Vom Missbrauchsbeauftragten kein Wort. Es hat oft den Anschein, als traue sich der Trierer Bischof nicht, seine Position offen zu formulieren. Andere Bischöfe sind da weniger zimperlich mit ihrer Meinung.

Ackermann: "Die Themen sind bekannt"

Statt offensiv und aktiv mit dem Verbrechen des Missbrauchs umzugehen, entzieht er sich den Fragen, laviert und verweist auf Andere. Wer mehr von ihm wissen will, ist lästig, scheint es. Wie meinte Ackermann am Donnerstag gegenüber Journalisten in Trier lapidar: die Themen sind uns bekannt. Das ist ignorant.

Fast auf den Tag genau seit neun Jahren ist Ackermann Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche. Mehr öffentliche Präsenz, mehr Mut und mehr Ackermann hätten dem Amt gutgetan.

STAND