Integrationsministerin zieht Konsequenzen aus Vorfall in Hermeskeil Spiegel kündigt bessere Betreuung für Flüchtlinge an

In der Erstaufnahmestelle für Asylsuchende in Hermeskeil soll das Personal aufgestockt werden. Das teilte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) am Dienstag vor Ort mit. Hintergrund ist die versuchte Selbstverbrennung eines Flüchtlings.

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So soll die psychosoziale Betreuung der Asylbewerber ausgebaut werden. "Wir können den Druck, der auf den Menschen lastet, nicht ganz nehmen, aber ihn abmildern", sagte Ministerin Spiegel am Dienstag nach einem Besuch der Einrichtung im Kreis Trier-Saarburg. Es solle daher mehr Sportmöglichkeiten und andere Beschäftigungsangebote geben, die den Bewohnern eine sinnvolle Tagesstruktur verschaffen. Außerdem soll das Deeskalationstraining für Beschäftigte der Einrichtungen ausgebaut werden.

Ihr Ministerium prüfe zurzeit die Auswirkungen der im August beschlossenen Änderungen im Flüchtlingsrecht. Das umstrittene "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" des Bundes sieht unter anderem vor, dass Asylbewerber ohne Kinder statt für maximal sechs Monate für bis zu eineinhalb Jahre in Erstaufnahmestellen untergebracht werden können.

Flüchtling soll abgeschoben werden

Der 34-jährige Asylbewerber aus Aserbeidschan sollte abgeschoben werden. Er war nach der versuchten Selbstverbrennung am vergangenen Mittwoch in eine Spezialklinik gebracht worden, sein Gesundheitszustand ist weiterhin kritisch. Den Mitarbeitern der Erstaufnahmestelle bescheinigte sie, vorbildlich bei dem Vorfall reagiert zu haben, den es so bislang noch nie im Land gegeben habe, erklärte Spiegel.

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