Bischof Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Marius Becker)

Initiative Maria 2.0 Bischof Ackermann: Kirchenstreik "nicht hilfreich"

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die Kirchenstreik-Bewegung Maria 2.0 für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche kritisiert. Seit mehreren Tagen lassen Frauen ihre ehrenamtlichen Ämter ruhen.

"Ich kann die Ungeduld vieler Frauen verstehen. Ich sage aber offen, dass ich diese Streikaufrufe, diese Streikaktionen nicht für hilfreich halte", sagte Ackermann.

Die deutschen Bischöfe hätten sich zu einem "synodalen Weg", also zu einem Dialog mit Laien und Experten auch über "Frauen und Amt" bereit erklärt. "Das hat eine neue Qualität, dass wir in einer offenen Form so miteinander direkt sprechen." Dazu brauche man aber "auch vertrauensbildende Maßnahmen": "Da würde ich sagen, ist der Streik eher kontraproduktiv."

Frauen fordern Zugang zu allen Ämtern

Bei dem Streik in mehreren deutschen Bistümern betreten Anhängerinnen der in Münster gegründeten Initiative Maria 2.0 keine Kirchen und lassen ihre ehrenamtlichen Ämter ruhen. Sie fordern unter anderem den Zugang zu allen Ämtern der Kirche für Frauen.

Kommission soll Rolle der Diakoninnen in der Urkirche untersuchen

Ackermann zeigte sich offen für Frauen als Diakoninnen, sofern sich zeige, dass es in der frühen Geschichte der Kirche schon das Diakonat der Frau gegeben habe. Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche gesagt, eine Expertenkommission sei in der Frage, ob Diakoninnen in der Urkirche auch sakramentale Ämter hatten, "ohne klares Ergebnis" geblieben. Deswegen müsse diese Frage von der Kommission weiter untersucht werden. "Ich fände es wichtig, dass in absehbarer Zeit transparent gemacht wird, was denn das Ergebnis der Kommission ist", sagte der Bischof.

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