Der Hochmoselübergang bei Ürzig (Foto: picture-alliance / dpa)

Hochmoselbrücke verbindet Hunsrück und Eifel Brückenschlag geschafft

Rund sieben Jahre wurde an der Hochmoselbrücke gebaut, die Hunsrück und Eifel verbinden soll. Am Freitag haben Politiker aus Bund und Land den Endspurt für den Hochmoselübergang eingeläutet.

Die letzten Zentimeter sind geschafft: Der Stahlüberbau der riesigen Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig hat am Freitag seine Endposition erreicht. Damit steht die größte Brücke, die sich zurzeit in Europa im Bau befindet: Sie ist bis zu 160 Meter hoch und überspannt das Moseltal über 1,7 Kilometer.

"Das ist ein Brückenschlag der Superlative - für die Region, für Deutschland und für Europa", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an der Baustelle. "Die Hochmoselbrücke verbindet Menschen über Landesgrenzen hinweg - vom Rhein-Main-Gebiet in die Benelux-Länder." Ab Herbst 2019 sollen rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag über die Mega-Brücke fahren.

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Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, der Bau sei nicht nur eine Infrastrukturmaßnahme: "Er ist ein Bekenntnis unseres Landes zum freien Austausch von Waren, zum freien Reiseverkehr, zu einem freien Europa."

Ein Sprecher des Landesbetriebs Mobilität (LBM) kündigte an, es werde aber noch bis Mitte 2019 dauern, bis über die Brücke Autos fahren könnten. Zunächst müsse unter anderem noch die Fahrbahn asphaltiert werden.

Die Hochmoselbrücke ist Teil des sogenannten Hochmoselübergangs. Dabei handelt es sich um ein Straßenbauprojekt mit einer Länge von 25 Kilometern, mehreren Brücken und einem Tunnel. Er soll das Rhein-Main-Gebiet mit den Beneluxstaaten verbinden. Nach Angaben des LBM soll der gesamte Hochmoselübergang rund 480 Millionen Euro kosten, etwa 200 Millionen Euro mehr als zu Baubeginn geplant.

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Kritiker sehen Landschaftsbild zerstört

Die Brücke war seit ihrer Planung umstritten. Kritiker bemängelten, dass das Bauwerk das idyllische Landschaftsbild des Moseltals zerstöre.

Der Rohstahl stammt aus der Dillinger Hütte im Saarland und wurde in Fertigungswerken in Hannover und im elsässischen Lauterburg in einzelne Teile verarbeitet, die dann mit rund 1.000 Schwertransporten an die Baustelle geliefert wurden. Zudem seien rund 40.000 Kubikmeter Beton verbaut worden, sagte der Bauaufseher beim LBM, Christoph Schinhofen.

Auch waren Sorgen laut geworden, dass der Bau ein großes Risiko berge, und zwar auf Eifelseite, wo man vor einigen Jahren in 22 Metern Tiefe Erdverformungen von rund 0,6 Millimetern pro Jahr festgestellt hatte. Um diese Bedenken auszuräumen, mussten die Brückenbauer nachlegen. Sie bauten dort sechs unterirdische Betonsäulen, als zusätzlichen Schutz für den Fall, dass es irgendwann einmal erneut zu Bewegungen am Hang komme. "Die Brücke ist absolut sicher", so der Ingenieur.

Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen

Nach dem Brückenschlag an der Mosel stehen noch reichlich Arbeiten an. Zunächst wird der rote, gut 80 Meter hohe Pylon-Turm entfernt. "Der hat seine Arbeit jetzt getan", sagt Schinhofen. Danach wird der Überbau, der für den Verschub um 2,40 Meter überhöht auf den Pfeilern liegen musste, höhenmäßig mittels Hydraulikpressen in seine Endlage abgesenkt. Es folgen Geländer, Beschilderung und Schutzplanken - bevor dann wohl nach dem Winter asphaltiert wird.

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