Während ein Fahrzeug der Spurensicherung weg fährt, sichern Einsatzfahrzeuge der Polizei die Straße zu einem Mehrfamilienhaus in Igel, in dem im Keller Sprengstoff gefunden wurde (Foto: dpa Bildfunk, Harald Tittel)

Nach Sprengstofffund in Igel Mutmaßliche Sprengstoffdiebe in Haft - weitere Festnahme

Das Amtsgericht Trier hat gegen drei Männer, die größere Mengen Sprengstoff gestohlen haben sollen, Haftbefehl erlassen. Die Polizei hat unterdessen einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 21-jährigen Deutschen mit Wohnsitz in Luxemburg. In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Trier hieß es, der Mann sei in Konstanz festgenommen worden. In seiner Wohnung in Luxemburg fanden die Ermittler - unterstützt durch Polizeibeamte aus Luxemburg - ein Kilo des gestohlenen Sprengstoffs sowie Diebesgut.

Drei weitere Tatverdächtige sind seit Donnerstag in Haft. Die Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren sollen dreimal in eine Firma aus der Region Trier eingebrochen sein, die für ihre Arbeit Sprengstoff benötigte. Sie sollen dort 25 Kilogramm reinen Sprengstoff und weitere 25 Kilogramm Chemikalien gestohlen haben. Der Sprengstoff wurde am Mittwochabend in einer Wohnung in Igel (Kreis Trier-Saarburg) sichergestellt.

Die Verdächtigen stammen aus Deutschland und Luxemburg. Den Festnahmen sollen monatelange Ermittlungen einer Sonderkommission vorausgegangen sein.

Dauer

Hochexplosives Material

Der Sprengstoff wurde von einem Suchhund in dem Wohnhaus an der B49 gefunden. Er galt als hochexplosiv und wurde umgehend aus dem Haus entfernt. Nach Aussage von Bürgermeister Franz-Josef Scharfbillig (CDU) wurde das Material vom Kampfmittelräumdienst vernichtet. Es habe sich bei dem Material vor allem um so genannte Sprengstangen gehandelt, die vor allem für gewerbliche Sprengungen genutzt würden, erkärte der Leitende Oberstaatsanwalt.

Dass der Diebstahl politisch oder religiös motiviert gewesen sein könnte, schließen die Behörden aus. Was die Verdächtigen mit dem Sprengstoff vorhatten, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, so die Staatsanwaltschaft. Man habe Datenträger gesichert, die noch ausgewertet werden müssten.

Mindestens 300 Anwohner betroffen

Am späten Mittwochabend hatten wegen des Sprengstofffunds zahlreiche Anwohner im Umkreis von 200 Metern ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Bürgermeister Scharfbillig schätzt, dass 300 bis 400 Menschen von den Evakuierungen betroffen waren. Etwa 150 von ihnen kamen in einer örtlichen Turnhalle unter.

Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Polizei sperrte mehrere Straßen rund um das Mehrfamilienhaus.

In diesem Haus neben der Igeler Säule wurde der hoch explosive Sprengstoff gefunden (Foto: SWR)
In diesem Haus wurde der hoch explosive Sprengstoff gefunden
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