Hochmoselbrücke in der Eifel (Foto: picture-alliance / dpa)

Großbauprojekt bei Ürzig Die Hochmoselbrücke – eine Chronologie

Mehr als sieben Jahre wurde an der Hochmoselbrücke gebaut, die Hunsrück und Eifel verbinden soll. Die Geschichte der Brücke hier in einer Chronologie.

1960er-Jahre: Der damalige Mainzer Verkehrsminister Heinirch Holkenbrink (CDU) hat die Idee, die Nordseehäfen mit den Militärflugplätzen in Eifel und Hunsrück zu verbinden.

1970-1972: Anfang der 1970er-Jahre wird die Verkehrsverbindung der Ballungsräume im Rhein-Main-Gebiet und in Belgien untersucht – mit dem Ergebnis: Eine Moselquerung bei Ürzig/Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich) soll gebaut werden.

Dezember 1975: Das raumplanerische Verfahren für den "Moselübergang im Zuge der A60" wird eingeleitet. Danach folgen etliche Einzeluntersuchungen, Varianten werden miteinander verglichen.

1987: Der Bund stimmt der Moselquerung zu.

April 1989: Das Gebiet wird untersucht, unter anderem in puncto Umweltverträglichkeit und Tierökologie.

Dezember 2000: Die Planfeststellungsbeschlüsse für die Abschnitte B50-I zwischen der A1 bei Wittlich und der B50 alt bei Platten sowie bei der B50-II zwischen Platten und Longkamp einschließlich dem Zubringer Longkamp werden gefasst.

Hochmoselbrücke in der Eifel (Foto: Landesbetrieb Mobilität Trier)
So soll die fertige Brücke aussehen. Landesbetrieb Mobilität Trier

Ab 2003: Ein jahrelanger Rechtsstreit folgt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND klagt gegen beide Beschlüsse. Für den Abschnitt B50-I hat die Klage keinen Erfolg, das Obervewaltungsgericht (OVG) gibt der Klage gegen den Abschnitt B50-II teilweise statt, da der Streckenabschnitt zum Teil durch ein Vogelschutzgebiet führt. Der Planfeststellungsbeschluss wird nicht aufgehoben. Der Träger hat die Möglichkeit, das Bauvorhaben zu überdenken beziehungsweise zu "reparieren".

April 2004: Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt das OVG-Urteil.

2004: Der Landesbetrieb überarbeitet wegen des Verstoßes gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie den Planfeststellungsbeschluss.

Hochmoselbrücke (Foto: SWR)
Der Bau der Hochmoselbrücke

Oktober 2006: Der sogenannte Reparatur-Planfeststellungsbeschluss wird erlassen. Dieser hält an der ursprünglichen Trasse fest, Spechte und Fledermäuse werden jedoch unter anderem durch zusätzliche "grüne Brücken" und Überflughilfe in ihrem Lebensraum geschützt. Der BUND ist damit noch nicht zufrieden und klagt erneut.

2007/2008: Es gibt grünes Licht. Das Oberverwaltungsgericht weist die Klage des BUND wieder ab. Eine Revision wird vom Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen.

April 2009: Mit dem Spatenstich für den vierspurigen Bauabschnitt der neuen B50 zwischen Platten und Longkamp fällt der Startschuss für das große Gesamtprojekt "Hochmoselübergang". Proteste von Projektgegnern begleiten den Spatenstich.

Proteste wegen Hochmoselbrücke (Foto: picture-alliance / dpa)
Aus der Bevölkerung gab es einige Stimmen gegen den Bau der Hochmoselbrücke - hier ein Protest aus dem Jahr 2011.

März 2010: Es gibt weiter Widerstand aus der Bevölkerung: Es folgt eine bundesweite Online-Petition gegen die Hochmoselbrücke mit mehr als 5.000 Unterschriften.

April 2010: Die Grünen-Bundespolitiker Renate Künast und Joschka Fischer kritisieren den Hochmoselübergang und fordern einen Baustopp.

Ende April 2010: Das Bauvorhaben wird ausgeschrieben. Angebote können bis zum September 2010 erfolgen.

16. Dezember 2010: Den Zuschlag erhält der hannoversche Stahlbauer Eiffel. Die Brücke soll innerhalb von 54 Monaten fertiggestellt werden.

März 2011: Wegen der Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl 2011 bittet das Land die Firmen, die Arbeiten zunächst ruhen zu lassen. Bei den Koalitionsverhandlungen einigen sich SPD und Grüne aber darauf, das Projekt Hochmoselbrücke umzusetzen.

2011: Baubeginn an der Brücke auf der Hunsrücker Seite.

Hochmoselbrücke in der Eifel (Foto: SWR)
Die Pfeiler werden nach und nach hochgezogen

2013: Der erste Verschub auf der Hunsrücker Seite startet.

Sommer 2014: Der Überbau von Hunsrückseite aus erfolgt: Stahlträger werden nach und nach über die Pfeiler geschoben.

2014: Streit um die Standsicherheit der Hochmoselbrücke: Die Bürgerinitiative "Pro Mosel" kritisiert, dass die Brücke auf "unsicherem Grund" gebaut werde. Der steile Hang bestehe aus keiner stabilen Masse, die sich jährlich zudem einen Milimeter bewege. Die Initiative stellt Strafanzeige.

Juni 2014: Das Innenministerium gibt ein Gutachten in Auftrag, um das Risiko zu klären. Die Ergebnisse fallen positiv aus.

September 2014: Das Projekt wird teurer und später fertig. Die Baukosten steigen von 375 auf 456 Millionen Euro. Außerdem sollen statt 2016 erst 2018 Autos über die Brücke rollen.

Januar 2015: Die Staatsanwaltschaft Trier teilt mit, dass keine Ermittlungen nach der Strafanzeige der Bürgerinitiative aufgenommen werden.

Hochmoselbrücke ist bereit für den nächsten Verschub. (Foto: picture-alliance / dpa)
Der Brückenkörper ist bereit für den nächsten Verschub. Das Bild stammt aus dem Jahr 2015.

2016: Zur Hangsicherung werden zusätzlich sechs Dübelschächte geplant, die in zwei Reihen am Eifelhang zwischen den Brückenpfeilern 2 und 3 errichtet werden sollen. Die Sicherheit des Hanges soll damit weiter erhöht werden.

20. Juli 2017: Der letzte von zehn Pfeilern der Hochmoselbrücke wird fertigestellt.

23. April 2018: Der Landesbetrieb für Mobilität (LBM) teilt mit, dass das Großbauprojekt doch nicht Ende 2018 fertiggestellt wird. Erst Mitte 2019 sollen die ersten Autos über die Hochmoselbrücke rollen.

24. August 2018: Der 13. und letzte Verschub der Hochmoselbrücke endet. Die Aktion wird auf einer Großbildleinwand übertragen. Straßenmarkierung, Schutzplanken und Schilder werden erst 2019 angebracht.

Januar 2019: An der Hochmoselbrücke gehen die Arbeiten in die End-Phase. Es wird damit begonnen, die Fahrbahn der Brücke auf die Pfeiler abzusenken. Um die Fahrbahn über das Moseltal zu schieben, mussten auf den Pfeilern mehrere Schienen montiert werden.

In den kommenden Monaten soll dann die Fahrbahn asphaltiert werden. Nach Angaben des LBM soll die Brücke im Herbst für den Verkehr freigegeben werden.

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