Trierer Dom (Foto: SWR)

Gremien können sich äußern Anhörungsverfahren zur Pfarreienreform im Bistum Trier

Die Reformpläne im Bistum Trier gehen in die nächste Runde. Begonnen hat ein offizielles Anhörungsverfahren zu der bei der Kirchenbasis umstrittenen Pfarreienreform.

Bis zum 31. Mai können die derzeit amtierenden Gremien der Kirchengemeinden nun eine Stellungnahme zu den Reformvorhaben abgeben. Dabei gehe es etwa um die territoriale Gliederung des gesamten Bistums, Struktur und Arbeitsweise der künftigen Gremien sowie die Vermögensverwaltung der geplanten Großpfarreien, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte.

Verschiedene Reaktionen auf Pläne

In den vergangenen Wochen gab es 34 Informationsveranstaltungen. Mit mehr als 5.000 Teilnehmern hätten sich mehr als die Hälfte aller Gremienmitglieder dabei über die Reformpläne informiert, so der Verwaltungsleiter des Bistums, Generalvikar Ulrich von Plettenberg. Die Ehrenamtlichen hätten sich bereits sehr konkret mit den Themen auseinandergesetzt. Die Reaktionen seien vielfältig gewesen:

"Oft habe ich gehört: Lasst uns endlich aufbrechen, wir sind bereit dazu."

Ulrich von Plettenberg, Generalvikar im Bistum Trier

Aber auch kritische Stimmen bis hin zur Ablehnung der gesamten Reformpläne habe es gegeben. Die Reformgegner befürchten, dass die Gläubigen vor Ort nach der Reform immer weniger Mitsprachemöglichkeit in den Gemeinden hätten.

Laienbündnis übt starke Kritik

Nach den Plänen der Bistumsleitung sollen die bestehenden 887 kleinen Pfarreien, die bereits jetzt 172 Pfarreiengemeinschaften bilden, bis zum Jahr 2022 zu 35 Großpfarreien zusammengelegt werden. In einer ersten Stufe zum 1. Januar 2020 sollen zunächst 13 "Pfarreien der Zukunft" errichtet werden, die jeweils eine Kirchengemeinde mit gemeinsamer Vermögensverwaltung bilden sollen. Die "Initiative Kirchengemeinde vor Ort", ein Bündnis von Laien, das nach eigenen Angaben von hunderten Pfarrgemeinden unterstützt wird, übt weiterhin scharfe Kritik an dem Vorhaben.

Reformpläne gehen auf Synode zurück

Die Reformpläne gehen auf die von 2013 bis 2016 im Bistum Trier tagende Diözesansynode zurück, die als Versammlung von Laien und Geistlichen zahlreiche Vorschläge zur Neuausrichtung des kirchlichen Lebens ausarbeitete. Es war die erste Synode in einem katholischen deutschen Bistum in diesem Jahrhundert.

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