Brandruine Gemeindeverwaltung Saarburg (Foto: SWR)

Großeinsatz in Saarburg Millionenschaden nach Feuer in Verwaltung

Der Dachstuhl ist komplett abgebrannt, mehr als die Hälfte der Büros nicht mehr nutzbar: Das Großfeuer in der Gemeindeverwaltung von Saarburg hat einen Schaden von mehreren Millionen Euro verursacht.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Jürgen Dixius (CDU), bezeichnete den Brand im Gebäude der Gemeindeverwaltung als "Katastrophe". Bis alles wieder repariert sei, werde es sicher Jahre dauern. Der Brand war am Sonntagabend aus unklarer Ursache im Dachgeschoss des historischen Gebäudes ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Erst am Montagmorgen waren die Nachlöscharbeiten zu Ende.

Dixius lobte den Feuerwehreinsatz: Dieser sei "höchst professionell" verlaufen. Er zeigte sich erleichtert, dass ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindert werden konnte.

Meterhohe Flammen, weithin sichtbare Rauchwolke

Als die Einsatzkräfte am Sonntagabend eintrafen, schlugen die Flammen meterhoch aus dem Dachstuhl des Gebäudes. Die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. "Es war eine enorme Feuersbrunst", sagte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Saarburg, Bernhard Hein. Die Flammen hätten teils mehr als zehn Meter hoch aus dem Dach geschlagen.

Fünf Löschzüge mit rund 200 Feuerwehrleuten waren die Nacht über im Einsatz gewesen. Sie wurden aus dem kompletten Umkreis und aus dem Saarland hinzugezogen. Das Feuer war über Drehleitern teils in bis zu 20 Metern Höhe gelöscht worden.

Verletzt wurde niemand

Vom Brand betroffen war das Hauptgebäude der Verwaltung. Dort hielten sich laut Feuerwehr zum Zeitpunkt des Brandes aber keine Menschen auf. Verletzt wurde niemand.

Feuer zerstört Dachstuhl Brand in der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg

Luftaufnahmen der Feuerwehr Saarburg vom Dachstuhlbrand (Foto: Feuerwehr Saarburg)
Luftaufnahmen der Feuerwehr Saarburg vom Dachstuhlbrand Feuerwehr Saarburg Bild in Detailansicht öffnen
Erst am Montagmorgen waren die Nachlöscharbeiten zu Ende Feuerwehr Saarburg Bild in Detailansicht öffnen
Teile des Dachstuhls sind eingestürzt. Die noch nutzbaren Büros sind ohne Strom und EDV-Anbindung Judith Seitz Bild in Detailansicht öffnen
Wegen Einsturzgefahr mussten Giebel abgestürzt werden, bevor Experten zur Ermittlungen den Brandort betreten konnten Judith Seitz Bild in Detailansicht öffnen
Nach Schätzungen der Feuerwehr sind mindestens 55 Prozent der Hauptverwaltung zerstört Judith Seitz Bild in Detailansicht öffnen
Bis alles wieder repariert ist, werde es sicher Jahre dauern - so der Bürgermeister Astrid Schuler Bild in Detailansicht öffnen
Gegen 18:45 Uhr am Sonntagabend meldeten Passanten Rauchentwicklung in der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg Florian Blaes Bild in Detailansicht öffnen
Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand der Dachstuhl bereits komplett in Flammen Florian Blaes Bild in Detailansicht öffnen
Der Brand war aus noch unklarer Ursache ausgebrochen - und hatte sich rasch ausgebreitet Florian Blaes Bild in Detailansicht öffnen
Die Rauchwolke über der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg war kilometerweit zu sehen Bild in Detailansicht öffnen
Das Feuer im Dach des mehrgeschossigen Hauses sei über Drehleitern teils in bis zu 20 Metern Höhe gelöscht worden Florian Blaes Bild in Detailansicht öffnen
Teile des Dachstuhls der Verbandsgemeindeverwaltung in Saarburg sind durch das Feuer eingestürzt Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr war mit 150 bis 200 Einsatzkräften vor Ort Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr konnte zunächst nicht in das Gebäude Bild in Detailansicht öffnen
Fünf Löschzüge - auch aus dem benachbarten saarländischen Merzig und Mettlach - waren die Nacht über im Einsatz Feuerwehr Bild in Detailansicht öffnen

Das Dach wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Schornsteine blieben stehen, verkohlte Dachsparren hingen hinunter und wurden verbrannt. Wegen Einsturzgefahr mussten Giebel abgestürzt werden, bevor Experten zur Ermittlungen den Brandort betreten konnten. "Mindestens 55 Prozent der Hauptverwaltung sind zerstört", schätzt Hein. "Die Nebengebäude konnten wir halten."

Provisorische Büros

Die Verwaltung wolle in den nächsten Tagen "in wichtigen Bereichen" wie beispielsweise mit dem Standesamt wieder arbeitsfähig werden, sagte der Bürgermeister. Die noch nutzbaren Büros seien derzeit ohne Strom und EDV-Anbindung. "Wir müssen schauen, wo können wir jetzt schnell provisorische Büros einrichten." Glücklicherweise sei der Serverraum in einem Gewölbekeller des Gebäudes untergebracht. Die Verbandsgemeinde zählt laut Dixius mehr als 110 Mitarbeiter.

Eine weitere Herausforderung sei nun die zum 1. Januar 2019 geplante Fusion mit der Verbandsgemeinde Kell am See, sagte Dixius. Eigentlich sei geplant, die Verwaltungen im Haus in Saarburg zusammenzuführen. "Da müssen wir uns jetzt noch viele Gedanken machen."

Passanten entdeckten Rauch

Gegen 18:45 Uhr hatten nach Angaben der Polizei Passanten die Rauchentwicklung aus dem Obergeschoss des Gebäudes gemeldet. Die Bürger wurden zwischenzeitlich aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden.

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