Das Forschungsschiff Polarstern startet in Richtung Nordpol (Foto: Alfred Wegener Institut)

Schiff Polarstern ist unterwegs Arktis-Expedition mit Trierer Wissenschaftler gestartet

Das Forschungsschiff Polarstern ist in Richtung Nordpol gestartet. Wissenschaftler wollen sich mit dem Schiff im Eis festfrieren lassen, um neue Erkenntnisse zum Klimawandel zu bekommen - mit dabei: Andreas Preußer aus Trier.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Ein Jahr lang dauert die Reise auf dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern. Los ging die Tour am Freitagabend aus der nordnorwegischen Stadt Tromsø. Über den gesamten Zeitraum hinweg werden rund 600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 17 Ländern an Bord sein - unter ihnen ist für drei Monate auch Andreas Preußer, Umweltmeteorologe aus Trier.

Arbeiten ohne Tageslicht

Für den 32-jährigen Wissenschaftler ist es schon die dritte Reise in die Arktis. Aber noch nie war er so lange dort - und vor allem im Winter. Er wird einige Wochen ohne Tageslicht arbeiten müssen. Er habe Respekt vor der ganzen Tour, sagte Preußer vor dem Start der Expedition im SWR.

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"Man begibt sich in die abgelegenste Gegend, ist abgeschieden von Rettungsmaßnahmen. Es gibt zwar Notfallmechanismen, aber man ist im Polarwinter sehr eingeschränkt."

Dr. Andreas Preußer, Umweltmeteorologe aus Trier

Ausrüstung gegen Eisbären

Andreas Preußer hat sich akribisch vorbereitet. Zum Beispiel mit einem Abwehrtraining gegen Eisbären. Die oberste Richtlinie sei, den Kontakt zu vermeiden. "Eisbären erscheinen als gelber Punkt am Horizont", so Preußer. "Sobald man einen gelben Punkt sieht, sollte man sich auf das Schiff zurückziehen."

Wenn alles nichts hilft, dürfen die Forscher auch zu Waffen greifen und wurden dafür geschult. Aber grundsätzlich gehen sie immer in Gruppen hinaus, niemals allein.

Die Taschen sind gepackt: Der Trierer Umweltwissenschaftler Dr. Andreas Preußer startet in die Arktis (Foto: Universität Trier)
Die Taschen sind gepackt: Der Trierer Umweltwissenschaftler Dr. Andreas Preußer startet in die Arktis Universität Trier

Die Hoffnung: Neue Erkenntnisse zum Klimawandel

Der Trierer sammelt Daten über Wind und Turbulenzen über der Arktis. Unterwegs ist er mit internationalen Wissenschaftlern, die sich neue Erkenntnisse zum Klimawandel erhoffen. Gerade aus der zentralen Arktis gebe es aus der Winterzeit kaum Daten, so Preußer.

Wegen der fehlenden Daten stehen die Klimamodelle für die Arktis bislang noch auf ziemlich wackeligen Beinen. Das führt zu erstaunlichen Unterschieden bei den Ergebnissen: Manche Modelle prognostizieren z.B. einen Temperaturanstieg von 5 Grad bis Ende des Jahrhunderts, andere Modelle sagen eine Erwärmung um 15 Grad Celsius voraus.

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