Einsatzkräfte im Eifelzoo (Foto: SWR)

Unwetter im Eifel-Zoo Lünebach Bär "Mike" drohte zu ertrinken

Es wird Wochen dauern, bis die riesigen Schäden im Eifel-Zoo Lünebach behoben sind. Davon geht die Senior-Chefin aus. Im Fall des erschossenen Kragenbärs wehrt sie sich gegen Vorwürfe.

In den sozialen Netzwerken hatten viele Menschen Unverständnis darüber geäußert, dass Bär "Mike" nicht gerettet werden konnte. Viele störten sich daran, dass das Tier nicht erst betäubt wurde. Einsatzkräfte sagten jedoch, dass sie keine andere Wahl gehabt hätten.

Die Vorwürfe seien völlig überzogen, sagte Anna Maria Wallpott dem SWR. Und sie seien auch falsch. Wallpott schilderte den Ablauf des Geschehens aber anders als der Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Gemeinsam mit einem Tierarzt habe man überlegt, was getan werden muss. Wallpott sagte, dass man sich bewusst gegen eine Betäubung entschieden habe. Die Wassermassen seien reißend gewesen. Der Bär wäre im Wasser "elendig ertrunken"; daher sei er erschossen worden., sagte Wallpott.

Das Bärengehege liegt im unteren Teil des Zoos nahe des Flusses Prüm. Es hatte dem Treibgut und dem Druck der Wassermassen nicht standgehalten. Ein Gitter war weggerissen worden.

Die Prüm hat große Teile des Eifel-Zoos in Lünebach überflutet (Foto: picture-alliance / dpa)
Die Prüm hat große Teile des Eifel-Zoos in Lünebach überflutet

Um sich vor den steigenden Wassermassen zu retten, habe der Bär versucht, das Gehege verlassen, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Andreas Kruppert (CDU). "Er ist dann auf den Gehweg gelaufen, da waren aber schon Einsatzkräfte. Weil hier eine erhebliche Gefahr für die Menschen vor Ort bestanden hat, musste der Bär erschossen werden."

Senior-Chefin Wallpott berichtete dagegen, der Kragenbär habe sich angesichts der Wasserfluten zunächst im Gehege auf einen Baum gerettet. Als er versucht habe, dort hinunter zu kommen, habe ihn das Wasser aus dem Gehege gespült und mitgerissen. Es habe keine Chance gegeben, den Bären aus dem Wasser zu retten.

Zu diesem Zeitpunkt gingen die Einsatzkräfte auch noch davon aus, dass mehrere gefährliche Wildtiere ausgebrochen seien, sagte Kreisfeuerwehrinspektor Larisch. Deshalb habe die Einsatzleitung etwa auch in umliegenden Zoos wie dem Eifelpark Gondorf Betäubungsmittel angefordert.


Diese Lage stellte sich im Verlauf des Freitags aber als glimpflich heraus. Die anderen Wildtiere hatten sich in ihren Gehegen versteckt. Wie eine Prüfung durch Statiker ergab, dürfen die Löwen, Tiger und der Jaguar in ihren Käfigen bleiben.

Wann der Zoo wieder öffnen kann, ist derzeit noch unklar. Es gebe enorme Schäden, sagte Bürgermeister Kruppert. Straßen seien komplett unterspült worden, etliche Tiergehege seien nicht mehr nutzbar. Wie teuer das alles werde, sei schwer zu beziffern. Am Montag gingen die Aufräumarbeiten weiter. "Es ist unheimlich viel Treibgut angeschwemmt worden", sagte Kruppert. Viele freiwillige Helfer hätten sich gemeldet.

Der Eifel-Zoo in Lünebach liegt im Westen von Rheinland-Pfalz, etwa 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Trier entfernt. Insgesamt leben dort rund 450 exotische und einheimische Tierarten auf dem etwa 30 Hektar großen Gelände. Der 1972 eröffnete Zoo ist ein privater Betrieb und befindet sich in Familienhand.

STAND