Franz Grundheber und Susanne Böhme im Gespräch (Foto: SWR)

Ein Weltstar bei SWR4 Trierer Opernsänger Franz Grundheber im Sommergespräch

Mit 80 Jahren steht er immer noch auf der Bühne: Franz Grundheber, ein Opernstar, der als Bariton auf allen Bühnen der Welt gesungen hat, und den es doch immer wieder in seinen kleinen Heimatort Trier-Biewer zieht.

Ein Mann, der es geschafft hat, seine gewaltige Stimme so zu dosieren, dass sie noch in hohem Alter in vollem Vibrato erklingen kann. Das ist Franz Grundheber. Einer, der keine Publicity braucht, um immer noch auf die Weltbühnen gerufen zu werden.

Aufgetreten ist er an allen namenhaften Häusern der Welt: Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Salzburg, Metropolitan Opera in New York. Er ist der einzige Deutsche, der jemals den Rigoletto in der MET singen durfte. Mit Karajan hat er gerne gearbeitet, mit der Netrebko ist er befreundet. Heute lebt er in Hamburg. Er hat die Elbphilharmonie mit eröffnet, doch die Verbindung zu seinem Trierer Chor reißt nicht ab.  Ein Familienmensch ist er geblieben, und ein bescheidener obendrein. Mit seiner Stimme will er den Menschen nicht nur die großen Gefühle der Oper nahebringen, sondern auch die Neu-Interpretation der Texte durch die Musik bei Komponisten wie Mozart erklären.

Franz Grundheber (Foto: SWR)
Opernstar Franz Grundheber im Interview mit SWR4-Redakteurin Susanne Böhme

Aus einem völlig unmusikalischen Background kommend, hat es Franz Grundheber nicht leicht gehabt. Mit 18 Jahren hörte er zum ersten Mal die "Zauberflöte". Danach wollte er nur noch singen. Er verdingte sich als Zeitsoldat, bekam ein Gesangsstipendium in den USA. Für die Weltkarriere bedurfte es trotz des enormen Talents harter Arbeit. Und Glück. Auch die Fähigkeit, Nein sagen zu können, wenn eine Rolle die Stimme überfordert.

Seit 55 Jahren ist der hochdekorierte Starbariton präsent, manchmal sogar als Tenor: "Ich habe alles gesungen, vom zweiten Gralsritter bis zum flämischen Diputierten", meinte er vor ein paar Jahren schmunzelnd. Zu sakraler Musik hat der Kammersänger einen besonderen Zugang, und zu den italienischen Opern – "das ist der Römer in mir", sagt der Trierer. Da klingt dann doch ein bisschen Stolz mit.

SWR-Redakteurin Susanne Böhme hat Franz Grundheber Ende Juni zu einem zweistündigen Gespräch im SWR-Studio Trier getroffen. Das "SWR4 Sommergespräch" wird am 22. Juli ab 18:00 Uhr in der SWR4 Sonntagsgalerie gesendet.

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