Jacques Berndorf (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Harald Tittel)

Ein Interview zum Jubiläum Jacques Berndorf, der Krimi und die Eifel

1989 erscheint mit "Eifel Blues" der erste Krimi von Jacques Berndorf. Schnell etabliert sich das Genre des Regional-Krimis. Mit drei Millionen verkauften Büchern und sieben Millionen Lesern ist er zum Bestseller-Autor geworden. Ein Interview.

Vor 30 Jahren ist der erste Eifel-Krimi "Eifel Blues" erschienen. Warum Krimi?

Wahrscheinlich, weil es mir liegt. Ich mag die Form, sie ist simpel, sie ist leicht zu beherrschen. Ich habe auch daran gedacht, Romane zu schreiben, also ganz normale. Aber das macht keinen Spaß. Es war Krimi, Krimi machte mir Spaß - und so ist es geworden. Das ist im Grunde kein Wunder, nichts Besonderes.

Wie kam es zu dem Stoff? "Eifel Blues" ist ja so eine Art Bundeswehr-Krimi.

Ja, nur weil hier die Bundeswehr ist. Und sie ist zwar verdeckt, sehr geschickt gemacht, aber sie beherrscht weite Teile. Also wenn du dir zum Beispiel die Kasernen anschaust und deren Umfeld: Da diktiert die Bundeswehr das Leben. Es ist einfach so, obwohl die meisten das nicht merken. Das ist halt so auf der einen Seite geschickt, auf der anderen Seite aber wahrscheinlich völlig normal.

Wie ist der Stoff entstanden? Kommt dann da auch der Journalist wieder durch?

Ja, das ist normal. Ich habe ja im Grunde genommen nichts anderes gemacht, als meinen Alltag aufgezeichnet, so wie er läuft, so wie er gewesen ist. Und das ist ja dann auch gelungen. Die Leute mögen das ja. Ich verstehe zwar nicht immer warum, aber sie mögen es.

Dauer

Nun haben wir ja nicht nur damit zu tun, dass die Eifel sowas wie eine Krimi-Landschaft geworden ist. Einige sagen Deutschlands Krimi-Landschaft Nummer eins, der Eifel-Krimis, Regional-Krimi. Gibt es noch weitere Erklärungen für diesen Boom? Gerade hier in der Eifel?

Nein, mir passt schon der Begriff Regional-Krimi nicht, was heißt das? Jeder Krimi hat einen Ort, an dem er stattfindet. Also ist jeder Krimi ein Regional-Krimi. Also wer auf die Idee des Regional-Krimis kam, kann ich nicht beantworten. Es war eine dämliche Erfindung. Krimi ist Krimi.

Der Hauptheld aller Romane ist ja der Journalist Siggi Baumeister, der immer über Mordfälle stolpert sozusagen und sie dann mit dem alten Kriminalrat Rodenstock löst. Wie viel Berndorf beziehungsweise Preute steckt im Baumeister?

Ich würde nicht sagen 100 Prozent, aber sicher 90.

Wird es noch weitere Baumeister geben?

Nein. Ich bin 81, ich schreibe nicht mehr.

Ist es einfach zu sagen, "ich schreibe nicht mehr"?

Nein, das ist schwer. Aber auch das ist ein Prozess. Ich habe ein paarmal noch angefangen, ein paar Stoffe zu machen. Die sind dann irgendwo auf der Strecke geblieben. Man muss auch begreifen, wenn man alt wird oder älter, dass das dann nicht mehr funktioniert.

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