Innehalten am Hauptbahnhof Trier für die jüdischen Menschen, die 1941 mit dem Zug deportiert wurden. (Foto: SWR)

Deportation jüdischer Menschen vor 78 Jahren Grenzenlos gedenken in Luxemburg und der Region Trier

In Luxemburg und der Region Trier ist am Mitwoch gemeinsam der Opfer des Naziterrors gedacht worden. Vor 78 Jahren brachte ein Deportationszug mehr als 512 jüdische Bürger von Luxemburg über Trier ins Ghetto Lodz.

In Schweich gingen Schüler mit symbolischen Pappkoffern durch die Stadt zur Synagoge. Die Koffer sollten daran erinnern, dass jüdische Bürger 1941 nur einen Koffer mit in den Deportationszug nehmen durften. Auf dem jüdischen Friedhof wurden Gedenksteine verlegt .

Dauer

Schüler beschäftigen sich mit jüdischen Biografien

Auch in Wittlich gingen Schüler mit Koffern von den Deportationshäusern, in denen Juden zuletzt wohnen mussten, zum Bahnhof. In Trier wurde auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof der deportierten Juden gedacht. Die Schüler verlasen dort die Namen der Juden aus ihren Heimatgemeinden und beschäftigten sich mit ihren Biographien. Auch in Neumagen-Dhron gab es eine Ansprache von Schülern. In Luxemburg wurde am Hauptbahnhof mit einer Feier an die Opfer erinnert.

Schüler in Schweich gedachten der jüdischen Mitbürger, die vor 78 Jahren mit einem Zug nach Lodz deportiert wurden (Foto: SWR, Nicole Mertes)
Schüler in Schweich gedachten der jüdischen Mitbürger, die vor 78 Jahren mit einem Zug nach Lodz deportiert wurden Nicole Mertes

Zug verließ den Luxemburger Hauptbahnhof in der Nacht

Der Deportationszug habe am 17. Oktober 1941 gegen ein Uhr nachts den Hauptbahnhof verlassen. Darin waren 323 jüdische Menschen. Die Gestapo hatte verfügt, dass sie sich am Vortag am Hauptbahnhof einzufinden hätten.

Dritter Deportations-Transport Nazi-Deutschlands ins Ghetto Lodz

Auf seinem Weg hielt der Zug auch in Trier. Dort kamen in der Nacht weitere 189 jüdische Menschen hinzu. Die meisten von ihnen kamen aus Trier und Umgebung, darunter waren aber auch Bürger aus der Stadt Wittlich und aus Hunsrück- und Moseldörfern.

Koffer für eine Gedenkzeremonie in Luxemburg: Schüler haben symbolisch 323 Pappkartons mit je einem Namen versehen und über die Opfer selbst recherchiert.  (Foto: Henri Juda)
Koffer für eine Gedenkzeremonie in Luxemburg: Schüler haben symbolisch 323 Pappkartons mit je einem Namen versehen und über die Opfer selbst recherchiert. Henri Juda

Einen Koffer pro Person

Sowohl die in Luxemburg lebenden Juden als auch die aus der Region Trier durften nur einen Koffer pro Person mitnehmen, Bettzeug und zwei Decken, Bekleidung nur soweit sie am Körper getragen werden konnte. Schmuck war bis auf den Ehering verboten.

Am 18. Oktober erreichte der Zug die Bahnstation in Lodz. Nur 15 der 512 Menschen aus dem Zug überlebten das Ghetto Lodz und die Vernichtungslager.

Luxemburger Initiativen, die jüdische Gemeinde Trier, das Emil Frank Institut Wittlich und viele Schulen beteiligten sich an den Gedenkveranstaltungen. In Mondorf in Luxemburg gab es dazu am Donnerstag auch eine Konferenz mit Historikern.

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