E-Zigaretten-Markt boomt (Foto: dpa Bildfunk)

Vom Raucher zum Dampfer Tabakkonzern JTI forscht in Trier an der E-Zigarette

Immer mehr Menschen greifen zur E-Zigarette statt zum klassischen Glimmstängel. Auch der Trierer Tabakkonzern JTI will im Geschäft mit den elektrischen Zigaretten mitmischen.

E-Zigaretten-Produktion in Trier So sieht es im JTI-Forschungszentrum aus

Entwicklungszentrum von JTI (Foto: JTI)
Das Forschungszentrum in Trier beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter. JTI Bild in Detailansicht öffnen
Dort ist auch das Entwicklungslabor von JTI untergebracht. Hier riecht es wider Erwarten nicht nach Tabak. Das Labor ist voller Elektronik. Bild in Detailansicht öffnen
Etwa 50 Angestellte forschen im Zentrum an der E-Zigarette. Bild in Detailansicht öffnen
Viele von ihnen sind Chemiker, Batterie-Spezialisten oder eben Elektroniker. Bild in Detailansicht öffnen

Experten gehen davon aus, dass drei bis vier Millionen Menschen regelmäßig eine elektrische Zigarette rauchen – Tendenz steigend. Die Zahl der klassischen Raucher, die noch zur normalen Tabakzigarette greifen, geht dagegen seit Jahren zurück. Kein Wunder, dass auch der Trierer Tabakkonzern JTI im Geschäft mitmischen will.

In Trier befindet sich eines von drei weltweiten Entwicklungszentren von JTI. Mehr als 1.800 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Trier, davon arbeiten 438 im Forschungszentrum. Im JTI-Qualitätslabor forschen etwa 50 Kollegen an der E-Zigarette. Viele sind Elektroniker, aber auch Chemiker und Batterie-Spezialisten arbeiten hier, erläutert die Leiterin des Entwicklungszentrums, Petra Pfeiffer.

JTI produzierte 2017 erste E-Zigarette

Das Geschäft mit den elektrischen Zigaretten ist für JTI noch relativ neu. Erst 2017 brachte das Unternehmen mit dem Produkt "Logic" eine E-Zigarette für Deutschland auf den Markt. Herzstück der Zigarette ist die zu verdampfende Flüssigkeit, das sogenannte E-Liquid. Das gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Kirsche, Wassermelone, Regular und Menthol - und das in unterschiedlichen Stärken, was den Nikotingehalt betrifft.

Einige nutzen wohl auch die elektrische Zigarette, um von dem Glimmstängel wegzukommen. Darauf reagiert JTI. "Wir haben 2018 auch eine Flüssigkeit rausgebracht mit keinem Nikotingehalt drin", sagt Pfeiffer. Aber unschädlich seien die E-Zigaretten nicht. "Man geht nach heutigem Wissensstand davon aus, dass es sich um Produkte handelt, die ein geringeres oder potentiell geringeres Gesundheitsrisiko haben als konventionelle Zigaretten", erläutert Pfeiffer. Es werde aber derzeit noch geforscht, wie viel geringer das Gesundheitsrisiko sei.

Konventionelle Zigarette macht deutlich mehr Umsatz

Wie viele E-Zigaretten von JTI bisher verkauft wurden, will das Unternehmen nicht sagen - aus Wettbewerbsgründen. Nach Angaben des Verbandes der E-Zigaretten wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 600 Millionen Euro mit E-Zigaretten umgesetzt. Im Vergleich zur klassischen Tabakzigarette mit einem Umsatz von 26 Milliarden Euro ist das aber immer noch ein Nischenmarkt.

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