Die Polizei hat etwa 200 Server sichergestellt. (Foto: Pressestelle, Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz)

Darknet-Zentrum an der Mosel Bundesanstalt verteidigt Verkauf des Cyberbunkers in Traben-Trarbach

Frühzeitig gab es Warnungen vor dem Hauptverdächtigen der Cyberverbrechen an der Mosel, doch die zuständige Behörde verkaufte ihm die Nato-Anlage. Bis heute sieht sie den Verkauf als gerechtfertigt an.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verteidigte den Verkauf des Nato-Bunkers in Traben-Trarbach. Aufgrund eines vagen Verdachts habe man den Niederländer nicht als Käufer ausschließen können. Der 59-Jährige gilt als Hauptakteur. Er hatte die Bunkeranlage Ende 2013 erworben und soll sie nach und nach zu einem Darknet-Rechenzentrum für weltweite Internetkriminalität aufgebaut haben.

LKA gab Hinweise vor Verkauf

Das Landeskriminalamt (LKA) hatte solche Verdachtsmomente kurz vor dem Verkauf des Bunkers in einem Hinweis an die BImA übermittelt. Allerdings sei dem möglichen Käufer damals strafrechtlich nichts Konkretes vorzuwerfen gewesen, argumentierte die Bundesbehörde.

Zudem sei der Mann der einzige infrage kommende Interessent gewesen. Die Bundesanstalt vertritt die Auffassung, dass wirtschaftliche Aspekte jedoch nicht verkaufsentscheidend waren. Das Rechenzentrum in der Bunkeranlage war vor zwei Wochen in Traben-Trarbach in einer großen Polizeiaktion ausgehoben worden. Kriminelle sollen darüber Drogen verkauft, Falschgeldgeschäfte abgewickelt und Kinderpornografie verbreitet haben.

Die Ermittlungen dauern weiter an. Von 13 Beschuldigten im Alter von 20 bis 59 Jahren sitzen sieben in Haft. Bisher haben sich die Beschuldigten nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP
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