Bistumsreform und Missbrauchsskandal Trierer Bischof Stephan Ackermann im Interview

Zwei Themen haben die Trierer Katholiken in diesem Jahr besonders beschäftigt: Der sexuelle Missbrauch von Priestern an Kindern und die Bistumsreform. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sich im Interview geäußert.

Bistumsreform Trier

Anfang 2020 sollen im Bistum Trier 887 kleine Pfarreien aufgelöst und in 35 Großpfarreien zusammengefasst werden, so die Pläne des Bistums. Das hatte im Oktober zu Protesten geführt. Es gab Demonstrationen vor dem Dom und die Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" hat angekündigt, möglicherweise rechtliche Schritte einzuleiten.

Bischof Ackermann hält jedoch an der Reform fest. Er höre Stimmen von zwei Seiten: Von denjenigen, die gegen die Bistumsreform seien. Doch er höre auch von Menschen, die kaum erwarten könnten, bis die Reform umgesetzt sei, sagte Ackermann.

Wir versuchen, mit all denen im Gespräch zu sein. Es ist nicht so, als ob wir ein fertiges Konzept für die Pfarreien und die Kirchengemeinden der Zukunft in Trier in der Schublade hätten. Das wächst durch die verschiedenen Arbeitsgruppen.

Bischof Stephan Ackermann
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann während der Pressekonferenz in Fulda (Foto: dpa)
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann während der Pressekonferenz in Fulda dpa

Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz

Im September stellte die Deutsche Bischofskonferenz die neue Missbrauchsstudie vor. Die Ergebnisse waren erschütternd. Seit 1946 wurden in Deutschland in Einrichtungen der katholischen Kirche mehr als 3.600 minderjährige Jugendliche missbraucht. Im Bistum Trier gab es 442 Opfer. Bischof Ackermann ist auch Missbrauchsbeauftrager der katholischen Kirche. Er hat die Ergebnisse der Studie selbst als bedrückend und beschämend bezeichnet.

Wir haben als Bischöfe die Studie gewollt. Wir wollen wissen, wo mögliche Risikofaktoren , speziell im Bereich der katholischen Kirche sind.

Bischof Stephan Ackermann

Nun sollen die Empfehlungen, die die Forscher ausgesprochen haben, umgesetzt werden, so Ackermann. So beschäftige man sich unter anderem damit, mehr Anlaufstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs zu schaffen. Außerdem solle geprüft werden, wie das Leid der Opfer finanziell entschädigt werde.

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