Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Arne Dedert)

Vor Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan Bischof Ackermann: Kirche muss sich an Opfern orientieren

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann fordert bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle eine Orientierung an den Opfern. Beim bevorstehenden Anti-Missbrauchsgipfel setzt er auf die Stärke von Papst Franziskus.

Es dürfe nicht das Ansehen der Kirche an erster Stelle stehen, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur. Vor dem am Donnerstag beginnenden Sondertreffen im Vatikan erhofft sich Ackermann einen kirchlichen Bewusstseinswandel.

Es wäre ein wichtiger Schritt, wenn "Papst Franziskus es mit seiner Autorität schafft, die Bischöfe zu verpflichten, sich dem Thema Missbrauch opferorientiert zu stellen", so Ackermann. Der Bischof schlägt eine weltweite Verpflichtung zur Präventionsarbeit vor.

"Veränderungen im Kirchenrecht notwendig"

Zwar seien unterschiedliche kulturelle Kontexte zu beachten, doch diese dürften nicht "als Entschuldigung dafür herhalten, im Bereich Kinderschutz wenig oder nichts zu tun". Aus deutscher Sicht seien Veränderungen im universalen Kirchenrecht notwendig, "unter anderem im kirchlichen Straf- und Prozessrecht". Ackermann sprach sich für einen verbindlichen Austausch und eine Überwachung von Interventions- und Präventionsmaßnahmen aus.

Vergangene Woche hatten Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier Bischof Ackermann erneut aufgefordert, sie bei der Aufarbeitung des Skandals zu beteiligen. Die Opferinitiative Missbit hatte mit einer Demonstration erfolglos versucht, Ackermann zum Gespräch aufzufordern.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP
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