Broschüre des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga (Foto: picture-alliance / dpa)

Ärger beim Verband Dehoga Hoteliers klagen gegen Wahl ihres Präsidenten

20 Hoteliers aus Rheinland-Pfalz haben Klage gegen ihren Branchenverband Dehoga eingereicht. Sie kritisieren die Wiederwahl von Landeschef Haumann und seine hohe Vergütung.

Dauer

Die Kläger sagen, dass die Wahl durch die Delegiertenversammlung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) nicht satzungsgemäß war. Gereon Haumann hatte sich im August, mitten in seiner noch bis 2021 laufenden Amtsperiode, schon vorab für weitere acht Jahre wählen lassen. Durch diese vorgezogene Wahl bleibt er bis 2029 Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz. Ihre Klage reichten die Hoteliers beim Landgericht Bad Kreuznach ein.

Kläger kritisieren hohes Honorar

Die Kläger kritisieren zudem, dass Haumann ein zu hohes Honorar erhalte. Dem SWR liegen Informationen vor, dass der Dehoga-Chef im Dezember 2014 mehr als 250.000 Euro bekommen hat. Gereon Haumann hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Gehalt sei von der Landesdelegiertenversammlung so beschlossen und in einer Vergütungsordnung geregelt worden.

Dehoga-Präsident Gereon Haumann (Foto: DEHOGA Rheinland-Pfalz e.V.)
Dehoga-Präsident Gereon Haumann DEHOGA Rheinland-Pfalz e.V.

Delegierte im Unklaren?

Die Kläger zweifeln an, dass die Delegierten wussten, was sie in der Versammlung im August taten. Viele der Mitglieder seien offenbar über die hohen Gehaltszahlungen des Präsidenten nicht informiert gewesen. Der Trierer Hotelier Markus Schröder, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Trier-Saarburg, hält das Gehalt des Präsidenten für moralisch sehr bedenklich.

"Ich weiß nicht, wie man das einem Mitgliedsbetrieb erklären soll. Die Dehoga-Beiträge sind ja erst vor zwei Jahren erhöht worden. Wie soll man das den Betrieben klar machen?"

Markus Schröder, Hotelier aus Trier

Hotelier Matthias Ganter aus Traben-Trarbach, der zu den Klägern gehört, kritisiert außerdem die aus seiner Sicht zu lange Amtszeit des Dehoga-Chefs. Hinzu komme, dass es in der Satzung des Verbandes eine seltsame Konstellation gebe. Die Mitglieder dürften den Präsidenten zwar mit einfacher Mehrheit wählen, aber nur mit zwei Dritteln abwählen. Dies sei nicht demokratisch.

"Die Bedenken sind einfach, dass in den kommenden elf Jahren die Delegierten ja gar keine Möglichkeit haben, mal einen anderen Präsidenten zu wählen"

Hotelier Matthias Ganter aus Traben-Trarbach

Unter Haumanns Vorgängern sei das Amt außerdem ein Ehrenamt mit einer vergleichsweise kleinen Aufwandsentschädigung gewesen. So sei das auch in den anderen Landesverbänden. Kein Dehoga-Präsident werde so gut bezahlt wie in Rheinland-Pfalz.

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