Linken-Demo in Trier (Foto: SWR)

200 Jahre Karl Marx Friedliche Demos für und gegen Marx in Trier

Gleich mehrere Demos hat es am Samstag in Trier für und gegen Marx gegeben. Auch wenn die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz war, blieb der Protest friedlich.

Die AfD erinnerte in einem Schweigemarsch an die Opfer des Kommunimus, an dem laut Polizei 70 Menschen teilnahmen. Auf Plakaten waren Zahlen von in kommunistischen Ländern gestorbenen Menschen zu lesen.

Auch Aktivisten der in China verbotenen Bewegung Falun Gong hielten eine Mahnwache ab. Die Bewegung war 1999 - kurz nach friedlichen Protesten von mehr als 10.000 Anhängern in Peking - verboten worden. Die chinesische Regierung warf der Gruppe vor, in "illegale Aktivitäten verwickelt" zu sein und Aberglauben zu verbreiten. Es gibt immer wieder Berichte über Verfolgungen von Anhängern und über Verletzungen der Menschenrechte.

Demo in Trier (Foto: SWR)
Mahnwache der in China verbotenen Falun-Gong-Bewegung

Parallel dazu hielt ein Marx-Bündnis unter anderem mit Mitgliedern der Linken und der DKP eine Demo unter dem Motto "ein Zeichen gegen Kapitalismus und Ausbeutung" ab. Zudem gab es eine Kundgebung gegen den AfD-Zug, an dem sich laut Polizei zunächst 150 später 500 Menschen beteiligten.

Linken-Demo in Trier (Foto: SWR)
Linke Demonstranten in Trier

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit vielen Beamten im Einsatz. Die Proteste verliefen laut Polizei ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Stadt rief zu friedlichem Protest auf

Die Stadt Trier hatte im Vorfeld der Demonstrationen zu friedlichem Protesten aufgerufen. "Wir hoffen, dass jeder, der sich mit dem Thema Marx auseinandersetzen will, das auf zivile Art und Weise tut", sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. "Wer Marx kritisieren will, kann das gerne tun, aber nicht mit Gewalt oder Zerstörungswut."

Demo in Trier (Foto: SWR)
Polizisten beziehen in schwerer Montur Stellung in Trier

Als Höhepunkt der Karl-Marx-Feiern war an diesem Samstag die große Marx-Statue enthüllt worden, die China Trier als Geburtsstadt von Marx geschenkt hatte. Neben zahlreichen Zuschauern der Feierlichkeiten hatten sich links und rechts der Statue auch Gegner und Befürworter von Marx versammelt.

Statue wird noch bewacht - nach der Enthüllung nicht mehr

Nach ihrer Enthüllung wird die Marx-Statue nicht mehr bewacht sein. "Wir können nicht jedes Denkmal, das es in Trier im öffentlichen Raum gibt, bewachen", sagte der Stadtsprecher.

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