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In Rheinland-Pfalz haben mehrere Städte ihre Bestattungsgebühren erhöht. Hintergrund ist, dass sich immer mehr Menschen für Urnenbestattungen entscheiden.

Ein Grund ist für viele sicherlich, dass Erdgräber deutlich teurer als Urnen sind. Für Kommunen bedeutet der Trend zur Urne aber mehr Kosten. Auch wenn mehr Fläche ungenutzt bleibt, müssen die weitläufigen Friedhöfe weiter gepflegt, Geräte in Stand gehalten und neue Bagger für Gräber gekauft werden.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Koblenz will Gebühren erneut anheben

Zu den Städten, die deshalb ihre Bestattungsgebühren erhöht haben, gehört unter anderem Koblenz. "Denn durch die kleineren Grabflächen bei den Urnengräbern verbleiben immer mehr Freiflächen, die es zu pflegen gilt", sagt ein Stadtsprecher. Auf den insgesamt 20 Friedhöfen der Stadt gibt es den Angaben zufolge inzwischen nur noch wenige Erdbestattungen: "Zurzeit finden etwa 75 Prozent Urnenbeisetzungen und nur noch 25 Prozent Erdbestattungen in Koblenz statt."

Neben dem Trend zur Urne sorgten auch gestiegene Personalkosten für höhere Gebühren. Und die Stadt plant noch in diesem Jahr, erneut die Gebühren bei mehreren Beerdigungsdienstleistungen anzuheben.

Urne auch in Mainz beliebt

Auch in Mainz lassen sich drei Viertel der Menschen mittlerweile in der Urne beisetzen. Das war Anfang der 1990er Jahre noch anders, damals war die Erdbestattung üblich.

Dem städtischen Wirtschaftsbetrieb zufolge sind in der Landeshauptstadt zwischen 2015 und Ende 2019 insgesamt drei Mal die Gebühren erhöht worden. Auch hier wird als Grund die steigende Zahl der Urnenbestattungen genannt.

Trier und Kaiserslautern beraten über Gebühren

In Trier stehen die Bestattungskosten in diesem Jahr auf der politischen Tagesordnung: "Geändert werden die Gebühren voraussichtlich im späten Frühjahr 2020", sagte eine Stadtsprecherin. Denn die bisherige Kostenkalkulation sei schon neun Jahre alt. Inwiefern sie die Gebühren 2020 verändern würden, sei noch nicht absehbar.

Anpassungen soll es ebenfalls in Kaiserslautern geben. "Unsere Bestattungsgebühren werden im Jahr 2020 neu kalkuliert." Ob eine letzte Ruhestätte dann günstiger oder teurer werde, sei noch nicht klar. Ebenso ist laut Stadt noch nicht absehbar, ab wann die Änderungen greifen sollen. Zuletzt war eine Grabstätte in Kaiserslautern etwas teuerer geworden. Zwischen 2015 und Ende 2019 seien die Gebühren generell um zehn Prozent angehoben worden, erläuterte eine Sprecherin. Denn für die Stadt seien die Kosten gestiegen, vor allem im Lohnsektor.

In Ludwigshafen ändert sich nichts

In Ludwigshafen sind die Gebühren laut der Stadt seit 2015 weitgehend unverändert geblieben. Lediglich Einäscherungen kosten inzwischen etwas mehr. Zur weiteren Gebührenentwicklung in diesem Jahr sagte eine Stadtsprecherin: "Die Bestattungskosten werden in 2020 nicht verändert."

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