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Die asiatische Tigermücke fühlt sich im Südwesten wohl. Doch die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) will sie ausmerzen - unter anderem mit Eiablage-Fallen.

Die Asiatische Tigermücke ist höchstens zehn Millimeter groß, schwarz-weiß gemustert und sehr aggressiv: Für eine Blutmahlzeit verfolgt sie ihre menschliche Beute auch tagsüber ausgesprochen hartnäckig. Außerdem kann die Tigermücke verschiedene Viren übertragen, wenn auch die Gefahr nach Ansicht von Experten zumindest derzeit nicht so groß ist. Die erste größere Ansiedlung der Stechmückenart in Deutschland wurde im Jahr 2015 in Freiburg nachgewiesen. Seitdem hat sie sich auch nach Rheinland-Pfalz ausgebreitet: Vor zwei Jahren tauchte sie erstmals in der Pfalz auf.

Tigermücken-Monitoring ab Mitte Juli

Die KABS hat den Tigermücken den Kampf angesagt. Um herauszufinden, wo genau sich die Tigermücke inzwischen angesiedelt hat, hat sie ein Monitoring ab Mitte Juli angekündigt. An zufälligen Standorten in den KABS-Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen sollen Eiablage-Fallen aufgestellt werden. Bis September werden dort Stechmücken-Eier abgesammelt und auf ihre Art bestimmt. So sollen neue, bisher unbekannte Populationen entdeckt werden.

Mit biologischen Mitteln gegen Tigermücken-Larven

In KABS-Gebieten, in denen die Eindringlinge bereits nachgewiesen wurden, versucht die Kabs mit allen Mitteln, deren Ausbreitung zu verhindern. In Germersheim und Ludwigshafen etwa gehen die Schnakenbekämpfer alle zwei Wochen gegen die Tigermücke vor, indem sie offen stehendem Wasser zum Beispiel in Regentonnen oder Topfuntersetzern ein biologisches Mittel zusetzen, das die Larven abtötet. "Diese hohe Frequenz soll dazu führen, dass es bestmöglich keine unbehandelte Regentonne und so weiter mehr gibt", so die Kabs. "So soll die Population der exotischen Stechmücke ausgedünnt und letztlich ausgemerzt werden."

Einige Gartenbesitzer in der Pfalz sperren sich

Das Problem dabei: Die KABS braucht für die Bekämpfungsaktion die Erlaubnis aller Gartenbesitzer. Nicht jeder ist aber dazu bereit, die Schnakenbekämpfer in seinen Schrebergarten zu lassen.

BUND sieht Bekämpfung der Tigermücke kritisch

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) steht der breitflächigen Bekämpfung der Rheinschnaken grundsätzlich kritisch gegenüber. "Es werden dabei nicht nur die Larven der Stechmücken getötet sondern offenbar auch anderer Insekten, wie etwa Zuckmückenlarven", sagt die Sprecherin des BUND-Rheinland-Pfalz, Sabine Yacoub. "Insgesamt kann man davon ausgehen, dass durch die Bekämpfungsaktivitäten eine große Menge an Insektenbiomasse verloren geht, was negative Auswirkung auf insektenfressende Vogelarten haben kann."

Die Tigermücke stelle dann eine Gefahr dar, wenn sie Krankheitserreger, wie Dengue- und Gelbfieber, in sich trage. Bei den hier heimisch gewordenen Exemplaren sei dies offenbar aber nicht der Fall.

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Doc Fischer SWR Fernsehen

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