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Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Rheinland-Pfalz bekommen im laufenden Jahr keine Lohnerhöhung. Die Partner im Tarifgebiet Mitte übernahmen den Not-Tarifvertrag aus Nordrhein-Westfalen.

Nach dem in Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche ausgehandelten Kompromiss werden die Löhne für die rund 400.000 Beschäftigten der Branche in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in diesem Jahr nicht mehr erhöht. Arbeitnehmer mit kleinen Kindern erhalten zusätzliche freie Tage und für Kurzarbeiter soll es Ausgleichszahlungen geben. Das teilten die IG Metall und die beteiligten Unternehmerverbände am Donnerstag mit.

Danach sollen die Unternehmen 350 Euro pro Beschäftigtem in einen Solidarfonds einzahlen, über deren Verteilung dann in den Betrieben entschieden wird. Um ein möglichst hohes Kurzarbeitergeld zu erreichen, soll das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf die monatlichen Einkommen aufgeteilt werden. Für die Unternehmen sinken durch dieses bereits in der Finanzkrise 2009 erprobte Instrument die Kosten.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Die Beschäftigten erhalten im Gegenzug einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. "Der Tarifabschluss gewährt unseren Mitgliedsunternehmen in diesen unsicheren Zeiten Planungssicherheit bis Ende des Jahres", lobte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Brunn.

Der Frankfurter Bezirksleiter der IG Metall, Jörg Köhlinger, zeigte sich "sehr froh" über einen tariflichen Rahmen, der die Folgen der Corona-Krise für die Beschäftigten abmildere und Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld vorsehe. Der Not-Abschluss verlängert den eigentlich zum 31. März gekündigten Entgelt-Tarifvertrag bis zum Jahresende 2020.

Dauer

Am Montag hatten auch die Metaller aus Baden-Württemberg den Abschluss aus Nordrhein-Westfalen übernommen.

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