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Die IG Metall hat im Bezirk Mitte ab dem 1. März mit Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gedroht. Die Arbeitgeber haben bei den Tarifverhandlungen zwar ein Angebot vorgelegt, das will die Gewerkschaft aber nicht akzeptieren.

"Die Arbeitgeber bewegen sich lediglich in Trippelschritten in Richtung Zukunft. Eine letzte Chance noch vor Ende der Friedenspflicht zu einem Ergebnis zu kommen, ist durch eine derartige Langsamkeit vertan worden", erklärte Bezirksleiter Jörg Köhlinger nach der dritten Verhandlungsrunde für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland am Donnerstag. Am 1. März werde es deshalb Warnsteik-Aktionen geben.

Angebot der Arbeitgeber sieht Nullrunde für 2021 vor

Zuvor hatten die Arbeitgeber in Mainz ein Angebot vorgelegt. Für das laufende Jahr sehen die Arbeitgeber demnach keine Chance, ihren Mitarbeitern mehr Geld zu zahlen. Für 2022 bieten sie erst eine Einmalzahlung an, später eine Lohnerhöhung. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Johannes Heger sagte, die Unternehmen hätten 2020 allein durch die Corona-Pandemie 14 Milliarden Euro Umsatz verloren. Außerdem müssten sie viel Geld investieren, um Produktionen zu digitalisieren und Mitarbeiter weiterzubilden.

Der Forderung nach einem Teillohnausgleich bei einer kürzeren Arbeitszeit erteilte Heger unter Hinweis auf die corona-bedingten Umsatzverluste eine Absage: "Das Modell 'Mehr Geld für weniger Arbeit' ist das Gegenteil von Beschäftigungssicherung."

IG Metall fordert vier Prozent mehr Geld

Die IG Metall will eine Nullrunde in diesem Jahr nicht akzeptieren. Die Gewerkschaft fordert weiter vier Prozent mehr Geld. Außerdem will sie bei Zukunftsentscheidungen in den Unternehmen mitentscheiden, um Jobs zu sichern.

Verhandelt wird in der Mittelgruppe für rund 380.000 Beschäftigte und 1400 Mitgliedsunternehmen im Arbeitgeberverband. Parallel werden bundesweit Tarifgespräche geführt, bis sich ein sogenannter Pilotbezirk herausstellt, in dem dann die Verhandlungen stellvertretend für alle zum Ende geführt werden.

In Rheinland-Pfalz arbeiten 135.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Im März sollen die Tarifverhandlungen weitergehen.

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