Die Gewerkschaftsmitglieder hatten unter anderem Werkstore besetzt, wie hier bei den Technischen Betriebsdiensten der Stadt Reutlingen, und ihre Arbeit niedergelegt.  (Foto: imago images, picture-alliance / Reportdienste, imago images / Jan Zawadil)

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Zustimmung auch aus Rheinland-Pfalz

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Nach zähen Verhandlungen ist der Durchbruch gelungen: Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst geeinigt. Gewerkschaften und Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz begrüßen die Einigung.

Am Vormittag hatten sich beide Seiten nach drei Verhandlungsrunden auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Die Lohnsteigerungen seien eine wichtige Anerkennung für die Arbeit der Beschäftigten in der Corona-Krise, so der rheinland-pfälzische Verdi-Landesbezirksleiter Michael Blug. Vor allem Beschäftigte in den niedrigen und mittleren Einkommensstufen könnten sich seiner Meinung nach über deutlich mehr Geld freuen. Laut Verdi profitieren rund 70.000 Menschen in Rheinland-Pfalz von dem Tarifabschluss.

"Ausschlaggebend für die Zustimmung zu diesem Kompromiss waren insbesondere die stärkere Anhebung für untere Einkommen und die Gesundheitsberufe", so Blug. Die Warnstreiks der vergangenen Wochen "waren kurz, für manche in der Bevölkerung schmerzhaft, aber auch notwendig, wie sich gezeigt hat."

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Auch Arbeitgeber zufrieden

Der Kommunale Arbeitgeberverband Rheinland-Pfalz zeigte sich mit dem Ergebnis "sehr zufrieden". Es sei wichtig, dass der Pflegebereich gestärkt werde und das der Tarifvertrag bis Ende 2022 läuft, so Geschäftsführer Markus Sprenger. Dadurch hätten jetzt sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte eine Perspektive.

Bis zu 4,5 Prozent mehr Gehalt

Das Tarifergebnis sieht vor, dass die Einkommen in zwei Stufen steigen - um 4,5 Prozent in der niedrigsten Lohngruppe und um 3,2 Prozent in der höchsten. Die Vereinbarung soll bis Ende 2022 laufen.

Konkret sollen die Löhne und Gehälter zunächst zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent angehoben werden, mindestens aber um 50 Euro. Zum 1. April 2022 folgt dann eine Steigerung um weitere 1,8 Prozent. Auszubildende bekommen jeweils 25 Euro mehr.

Pflegepersonal soll besonders profitieren

Gesonderte Gehaltssteigerungen wurden für Pflegekräfte vereinbart. Ab März 2021 soll eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt werden, die ein Jahr später auf 120 Euro steigt. Die Zulage in der Intensivmedizin wird mehr als verdoppelt auf 100 Euro monatlich, die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich, wie die Tarifparteien mitteilten.

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