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Während Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz nur noch eine Notfallbetreuung anbieten, arbeiten Tagesmütter weiter. Eine Online-Petition soll das ändern.

"Rheinland-Pfalz überlässt die Entscheidung über eine Schließung der Tagespflegestelle den Tageseltern. Doch aus wirtschaftlichen Gründen sind die Tagespflegepersonen gezwungen, ihr Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten", schreibt die Initiatorin Daniela Gorke. Laut ihr gilt diese Regelung nur in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein - die anderen Bundesländer hätten die Kindertagespflege geschlossen. Über 3.000 Menschen haben die Petition schon unterschrieben. Es gebe kein festes Unterschriftenziel.

Tagesmutter (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB)
Tagesmütter haben engen körperlichen Kontakt zu ihren Pflegkindern und können sich selbst und die Kinder kaum vor Corona schützen. picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

In der Petition wird gefordert, dass die Tagesmütter - wie Kitas und Schulen auch - nur noch eine Notbetreuung anbieten. "Auf diese Weise würden Kinder in der Notbetreuung durch eine reduzierte Gruppengröße weniger gefährdet. Gleichzeitig hätten die Tagespflegepersonen mehr Kapazitäten und Zeit für erforderliche Hygienemaßnahmen", heißt es in der Petition.

Interessengemeinschaft fordert finanziellen Ausgleich

Ebenso wie die Initiatorin der Petition fordert auch die Interessengemeinschaft Tagespflege Rheinland-Pfalz (IG KTP), dass sich das Land bei den Kommunen ausdrücklich dafür einsetzt, die Tagesmütter weiter zu bezahlen, auch wenn die Eltern keine Notbetreuung brauchen und ihre Kinder zuhause lassen. Der Appell des Präsidenten des Landesjugendamtes Detlef Placzek vom 19. März an die Kommunen sei nicht ausreichend, heißt es in einem Brief der IG KTP an Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Laut Placzek liegt die Entscheidung, mögliche Verdienstausfälle zu übernehmen, bei den Kommunen.

Unterschiedliche Situation im Land

Laut Interessengemeinschaft sind die Regelungen in Rheinland-Pfalz zur Zeit sehr unterschiedlich: In der Vordereifel, in Koblenz und im Rhein-Lahn-Kreis kann beispielsweise betreut werden, wer sich dagegen entscheidet, wird weiterhin bezahlt. Im Westerwaldkreis und Mayen-Koblenz finde nur eine Notbetreuung für sogenannte systemrelevante Berufe statt. In Mainz, Trier, Ludwigshafen und Alzey-Worms betreuen Tagesmütter weiterhin ihre Kinder. 

Die Interessengemeinschaft fordert auch, dass Tagespflegepersonen, die einer Risikogruppe angehören, ihre Betreuungsstelle schließen dürfen und einen finanziellen Ausgleich erhalten. Etwa ein Drittel der 1.535 Tagespflegepersonen ist älter als 55 Jahre. Wie viele von ihnen einer Risikogruppe angehören, ist nicht bekannt.

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