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Während viele Kreise in Rheinland-Pfalz in Kitas nur noch eine Notbetreuung anbieten, wird in der Kindertagespflege wie gewohnt weitergearbeitet. Nun wurde eine Teststrategie entwickelt, die jedoch nur schwer umsetzbar ist.

Trotz steigender Corona-Zahlen und drohender Bundes-Notbremse betreuen Tagesmütter und -väter in der Kindertagespflege tagtäglich bis zu fünf Kinder. Tag für Tag haben sie bis zu zehn Kontakte bei der Übergabe der zu betreuenden Kinder mit zum Beispiel Eltern oder Großeltern.

Bereits seit mehreren Wochen werden sie dazu aufgerufen, sich regelmäßig mit einem Antigen-Schnelltest testen zu lassen, um mögliche Infektionsketten gering zu halten. Dafür bekommen die Tagespflegepersonen aber nicht Selbsttests vom Land zur Verfügung gestellt, sondern sie können, wie jeder andere Bürger auch, einmal pro Woche ein Testzentrum in der Nähe aufsuchen oder sich Selbsttests eigenständig organisieren.

Die Tagespflegeperson erhält, wie vom Landesjugendamt mitgeteilt, eine Pauschale, eine anteilige Förderung für zwei wöchentliche Schnelltests.

Testzentrum statt Selbsttests für Kinder

Nun soll, wie zum Beispiel in der Landeshauptstadt Mainz, das Testverfahren auf Kinder in der Kindertagespflege ausgeweitet werden. Hierbei geht es allerdings nicht um Selbsttests wie Lollytests.

So heißt es in einem Schreiben der Stadt Mainz: "Für die Kindertagespflege schlagen wir die Inanspruchnahme einer Teststation vor. Hier können die Tagespflegepersonen mit den Kindern zur Testung gehen." Für viele Tagesmütter und -väter eine Möglichkeit, die im Alltag mit Babys und Kleinkindern nur schwer umzusetzen ist.

Damit die Tagesmütter aber überhaupt erstmal ein Testzentrum mit den Kindern aufsuchen können, benötigen sie im Vorhinein die Einwilligung der Eltern.

Nach der aktuellen Gesetzeslage kann eine Tagespflegeperson bis zu fünf Kinder betreuen, das heißt, sie müsste im Zweifel mit fünf Kindern alleine zu einem Testzentrum laufen. Noch komplizierter wird es, wenn das Testzentrum nicht zu Fuß erreichbar ist. Dann sitzt eine Tagespflegeperson mit fünf Kindern - alle ohne Mundschutz aufgrund ihres jungen Alters - in Bus oder Bahn.

Organisation liegt bei Tagespflegepersonen

Was mit den Kindern, die nicht getestet werden dürfen, in der Zeit der Testungen der anderen Kinder passieren soll, ist unklar. Zudem muss die Organisation, also die Terminfindung und die Umstrukturierung des Alltags, selbst organisiert werden. Hinzu kommen Ängste bei Kindern und Eltern, mit denen die Tagespflege alleine gelassen wird.

"Wir werden von der Politik einfach vergessen, wissen nicht, was wir den Eltern erzählen oder antworten sollen", schreibt eine Tagesmutter aus Mainz.

Erst letzte Woche hatte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) wegen steigender Inzidenzwerte (aktuell 202,7) den Notbetrieb in den Mainzer Kitas angekündigt. Doch dies gilt wohl nicht für die Kindertagespflege.

In Ludwigshafen (aktuell 254,3) zum Beispiel hat die Stadt bereits reagiert. Hier dürfen Tagespflegepersonen nur bei dringendem Bedarf betreuen. Außerdem werden ganze Infektionsschutzpakete finanziert. Auch in Worms (202,3) gilt die Notbetreuung bei der Kindertagespflege.

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