STAND

Lesbische, bisexuelle und schwule Menschen erleben noch immer Ausgrenzung und Diskriminierung - genauso wie intersexuelle und transgender Personen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will das ändern.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie (IDAHOBIT) erinnert an den 17. Mai 1990. An diesem Tag hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen.

"Lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche Menschen haben als gleichberechtigte Mitglieder unserer demokratischen Gesellschaft ein Recht auf rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz", sagt Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) zum IDAHOBIT. Doch nach wie vor erfuhren Menschen aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität Ablehnung und Diskriminierung und müssten in der Öffentlichkeit für Sichtbarkeit kämpfen.

Die Frage, ob es mehr als zwei Geschlechter gebe, habe das höchste deutsche Gericht bereits abschließend geklärt und unmissverständlich dargelegt. "Die unveräußerlichen Persönlichkeitsrechte und der Diskriminierungsschutz steht allen Geschlechtern zu: Männern, Frauen und nichtbinären Menschen. Dieses Recht kann und sollte auch in der Sprache sichtbar werden", betont Familienministerin Spiegel.

Koblenz

Diversity-Tag 2021 Koblenzer Paar: "Heute ist es einfacher, schwul zu leben"

Michael Merges und Markus Schmidt leben als Paar gemeinsam in Koblenz. Versteckt haben sie ihre Beziehung nie. Doch gerade am Anfang war das nicht immer einfach.  mehr...

Landesregierung setzt sich gegen Diskriminierung ein

Mit dem Landesaktionsplan "Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen" setze sich die Landesregierung gegen Diskriminierung, für volle rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten und intergeschlechtlichen Menschen ein.

"Dabei geht es auch um Sichtbarkeit und Anerkennung von den Menschen, die sich nicht den binären Kategorien 'männlich' und 'weiblich' zuordnen", erläutert die Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität und Familienstaatsekretärin Christiane Rohleder (Grüne).

Auch Sprache könne beispielsweise dazu beitragen, nicht-binäre Menschen sichtbar zu machen und zu deren Akzeptanz beizutragen. Besonders wichtig sei zum Beispiel, dass Menschen nicht gezwungen werden, sich bei Online-Formularen als Herr oder Frau zuzuordnen zu müssen, um überhaupt eine Bestellung tätigen oder einen Vertrag schließen zu können. "Sonst werden Menschen gezwungen, ein falsches Geschlecht anzugeben", erläutert die Landesbeauftragte Rohleder.

Studie zeigt geringe Fortschritte

Die Ergebnisse einer Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte von Mai 2020, an der sich rund 140.000 lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intergeschlechtliche Menschen in 27 Ländern der Europäischen Union beteiligt haben, zeigen, dass auch in Deutschland innerhalb der letzten sieben Jahre nur geringe Fortschritte erzielt wurden: So vermeidet es fast die Hälfte der Befragten mit der Partnerin oder dem Partner in der Öffentlichkeit Hand in Hand zu gehen.

72 Prozent haben in den letzten zwölf Monaten mehr als einmal beleidigende oder drohende Gesten erlebt. Und 14 Prozent der Befragten meldeten der Polizei Angriffe oder die Androhung von Gewalt aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität. 17 Prozent meldeten solche Vorfälle bei Gleichstellungs- oder anderen Meldestellen. Dabei sind transidente und intergeschlechtliche Menschen besonders von Gewalt betroffen.

Tag gegen Homophobie Coming Out im Männerfußball: Warum ein Fußballer des ASV Wolfartsweier den Mut hatte

Am 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie. Dass sich ein aktiver Fußballer outet, ist im Profibereich in Deutschland noch nicht vorgekommen. Auch bei den Amateuren im Männerfußball ist das immer noch eine Ausnahme.  mehr...

Koblenz

Tag gegen Homophobie Koblenzer Paar: "Heute ist es einfacher, schwul zu leben"

Michael Merges und Markus Schmidt leben als Paar gemeinsam in Koblenz. Versteckt haben sie ihre Beziehung nie. Doch gerade am Anfang war das nicht immer einfach.  mehr...

Kaiserslautern

SWR Studio Kaiserslautern beteiligt sich am Diversity Day Träume müssen keine Träume bleiben

Grenzen existieren nur im Kopf und zwischen zwei Kulturen zu leben ist mehr Bereicherung als Herausforderung. Diese Botschaft steht im Mittelpunkt einer Online-Gesprächsrunde.  mehr...

Trier

Diversity-Tag 2021 in Trier Ein buntes Blumenbeet, eine Chance, ein Gefühl: Vielfalt ist für mich ...?

Vielfalt: Ein großes Wort, das für vieles steht. Anlässlich des deutschen Diversity-Tages am 18. Mai haben uns verschiedene Menschen aus Trier und Umgebung erzählt, was Vielfalt für sie persönlich bedeutet.  mehr...

STAND
AUTOR/IN