Tag der Deutschen Einheit

Bernhard Vogel: "Wiedervereinigung alles in allem gelungen"

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Bernhard Vogel hat in den 1990er Jahren als Ministerpräsident von Thüringen die Wiedervereinigung mitgestaltet. Für ihn ist diese gelungen. Die Zeit für einen Schlussstrich sei aber noch nicht gekommen.

Der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1976-1988) und Thüringen (1992-2003), Bernhard Vogel, hat bei einem Festakt zum Tag der Deutschen Einheit mit persönlichen Worten daran erinnert, vor welchen Herausforderungen Deutschland nach der Wiedervereinigung stand. "Das größte Abenteuer meines Lebens begann." Er habe "Gott sei Dank nicht gewusst, was auf mich zukommen würde, vielleicht hätte ich sonst den Mut verloren, dem Ruf meiner Parteifreunde aus Thüringen zu folgen."

In seiner Rede erinnerte Vogel daran, dass in seiner ersten Zeit in Thüringen telefonieren schwieriger gewesen sei als regieren. Verwaltung, Rechtsstaat, Schulwesen oder Wirtschaft - alles musste aufgebaut werden. Seine Bilanz fällt am Tag der Deutschen Einheit eindeutig aus: "Ohne Frage ist die Wiedervereinigung alles in allem gelungen. Das heißt aber nicht, dass man schon eine Schlussbilanz ziehen kann." Auch nach dreißig Jahren bleibe manches zu tun, um 40 Jahre SED-Diktatur zu überwinden.

Blühende Landschaften - aber nicht überall

Vogel sagte, es seien blühende Landschaften entstanden, aber nicht überall. Während die jüngere Generation die Spaltung überwunden habe, sei die ältere noch dabei. Die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit fanden in diesem Jahr im sachsen-anhaltschen Halle statt. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) war vor Ort.

Dreyer: Besonderer Einheitstag nach Hochwasserkatastrophe

Unter dem Eindruck der Flutkatastrophe hat der Tag der Deutschen Einheit nach Ansicht von Dreyer in diesem Jahr an Bedeutung gewonnen. "Am 3. Oktober erinnern wir uns an mutige Menschen, die sich friedfertig und mit ihrer ganzen Kraft gegen die Diktatur gestemmt, die Welt bewegt und aus Deutschland wieder ein Land gemacht haben. Derzeit erleben wir, wie stark dieses gemeinsame Band ist", so die Ministerpräsidentin.

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SWR