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In der Corona-Krise geht der Synodale Weg weiter. Auch die Vertreter der rheinland-pfälzischen Bistümer diskutieren in Regionalkonferenzen vor allem über die Position der Frauen.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat sich mit anderen Vertretern der Bistümer Mainz, Limburg und Köln in Frankfurt getroffen. Dort gab es, wie auch bei Regionalkonferenz in Ludwigshafen, Proteste von Mitgliedern der Initiative Maria 2.0 für gleiche Rechte von Frauen in der Kirche. Karin Kortmann, die einzige Frau im Präsidium des Synodalen Wegs, betonte: "Wir wissen, dass sich die Zukunft der Kirche an der Frauenfrage entscheiden wird." Sie erwarte, "dass wir wirkliche Schritte weitergehen und nicht in Jahrzehnten denken."

Kohlgraf sieht sein Bistum am Beginn eines Weges

Kohlgraf bestätigte dem SWR dass die "Frauen-Frage" am Freitag ein Thema gewesen sei. Dabei sei es vor allem darum gegangen, "was schon heute vom Kirchenrecht möglich ist". Es seien aber auch Visionen formuliert worden, was darüber hinaus zu bedenken und zu besprechen sei. "Es ist die entscheidende Frage, da sind sich alle einig", so Kohlgraf. Für viele sei es eine Frage der Gerechtigkeit, auch Frauen die Teilhabe an Ämtern und Diensten zu ermöglichen. Man merke eine große Verärgerung, so Kohlgraf.

Eine Absage erteilte Kohlgraf der Forderung, dass Pfarreien durch Frauen geleitet werden. Im Bistum Mainz schreibe das Kirchenrecht klar vor: Pfarrer leiten die Gemeinden. "Daran wollen wir auch nichts ändern", so Kohlgraf. Was andere Formen von Leitungsaufgaben angehe, sei das Bistum am Anfang eines Weges.

Verschiedene Themen zur Entwicklung der katholischen Kirche

Auf den Regionalkonferenzen wird über Vorschläge diskutiert, wie mehr Beteiligung von Frauen in Leitungsämtern und in der Verkündigung möglich ist. Unter anderem schlagen die Autorinnen eines Diskussionspapiers die Schaffung eines neuen Verkündigungsamts für Menschen ohne Priesterweihe vor, das von Frauen ausgeübt werden darf und das die Berechtigung zur Predigt und zur Spende bestimmter Sakramente im Gottesdienst enthält.

Neben der Stellung der Frauen in der Kirche und den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind der Umgang mit Macht, die katholische Sexualmoral und die verpflichtende Ehelosigkeit von Priestern, der sogenannte Zölibat, Themen der Konferenzen.

Keine gemeinsame Debatte aller wegen Corona

Weil aufgrund der Beschränkungen der Corona-Pandemie eine gemeinsame Versammlung der Vertreter aller deutschen Bistümer nicht stattfinden kann, fanden die Treffen in fünf Regionalkonferenzen statt. So diskutieren unter anderem die Vertreter der in Rheinland-Pfalz vertretenen Bistümer Speyer und Trier in Ludwigshafen mit Abordnungen anderer Diözesen.

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