Eichelhäher (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Zu wenig Nahrung im Wald?

RLP: Eichelhäher werden vermehrt in Gärten gesichtet

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In Rheinland-Pfalz zieht es den Eichelhäher in diesem Winter vermehrt in Gärten und Parks: Die Winter-Zählaktion des Naturschutzbundes (NABU) ergab für den Vogel eine Zunahme der Sichtungen um 110 Prozent.

Das entspricht einer Verdopplung im Vergleich zum vergangenen Jahr, wie der NABU mitteilte. Bundesweit stiegen die Sichtungen um 74 Prozent. "Auffällig bei der diesjährigen Zählaktion war, dass vor allem typische Waldarten wie Eichelhäher, Buntspecht und Kernbeißer häufiger beobachtet wurden", so der Naturschutzbund. "Vermutlich sind sie wegen des Wetterumschwungs und vielleicht auch aufgrund einer geringeren Menge an Baumsamen besonders häufig in die Gärten und an die Futterstellen gekommen."

Eichelhäher schaut sich in Gärten nach Nahrung um

"Als reiner Waldvogel streift der Eichelhäher weit umher" sagt der rheinland-pfälzische Koordinator für das Vogelmonitoring, Christian Dietzen. Wenn es nicht so viele Eicheln und Bucheckern im Wald gebe, schaue er sich auch in Gärten und Parks nach Nahrung um. In der Brutzeit im April werde sich der Eichelhäher wieder in den Wald zurückziehen. Anders als bei der Ringeltaube gebe es keine Hinweise, dass die Vögel vermehrt in Ortschaften brüteten.

Eichelhäher (Foto: Colourbox)
Der Eichelhäher ist eigentlich im Wald zu Hause.

Mit gut 4.800 Sichtungen lag der Eichelhäher bei der "Stunde der Wintervögel" auf dem zwölften Platz. Angeführt wird die Liste vom Haussperling mit mehr als 41.500 Meldungen (minus 9 Prozent). Danach folgen Kohlmeise (28.875) und Blaumeise (24.063), die sich beide auch deutlich erholt zeigen, mit einer Zunahme von 35 und 47 Prozent. "Vermutlich konnten Verluste durch das in den Frühjahren 2020 und 2021 aufgetretene 'Blaumeisensterben', das durch das Bakterium Suttonella ornithocola verursacht wurde, teilweise durch vermehrte Bruten ausgeglichen werden", erklärte der NABU. Auf dem vierten Platz landete die Amsel mit 19.015 Sichtungen, einer Zunahme um elf Prozent.

Mehr als 8.000 Rheinland-Pfälzer zählen Vögel

An der Aktion beteiligten sich mindestens 8.438 Menschen in Rheinland-Pfalz, allerdings waren noch nicht alle Meldungen erfasst. Im vergangenen Jahr waren es 12.621 Vogelfreunde. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist, und dann online, telefonisch oder mit der Post übermittelt.

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