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Die Grünen Europa-Abgeordneten Jutta Paulus und Michèle Rivasi haben in Brüssel eine Studie zur Sicherheit französischer Akw vorgestellt. Darin wird den Meilern kein gutes Zeugnis ausgestellt. Für das viel diskutierte Akw Fessenheim gibt es unterdessen Neuigkeiten.

Die Rheinland-Pfälzerin Paulus und ihre französische Kollegin stellten die Ergebnisse am Mittwoch im Europaparlament vor: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die für eine Laufzeitverlängerung in der Diskussion stehenden Atomkraftwerke die international gültigen Sicherheitsstandards nicht erfüllen.

Paulus kritisiert veraltete Sicherheitskonzepte

Notwendige Nachrüstungen seien demnach in den meisten Punkten nicht möglich - oder wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Sicherheitskonzepte alter Akw stammten aus den 1960er und 1970er Jahren.

Die ehemalige Grünen-Landesvorsitzende Paulus kritisierte anhand der Studie, dass das Sicherheitskonzept zur Laufzeitverlängerung hauptsächlich darauf abziele, die Folgen einer Kernschmelze abzumildern - ihre Verhinderung sei in diesem Programm nicht in erforderlichem Umfang enthalten. Paulus forderte daher die schnellstmögliche Abschaltung aller französischen 900-Megawatt-Reaktoren.

Die bisherige Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Grünen, Jutta Paulus (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Thomas Frey/dpa)
Die frühere Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Grünen, Jutta Paulus picture alliance/Thomas Frey/dpa

Ein Reaktor in Fessenheim soll am Wochenende abgeschaltet werden

Frankreich nimmt nach Angaben von Premierminister Edouard Philippe sein ältestes Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim bis Ende Juni vom Netz. Einer seiner beiden Reaktoren soll bereits an diesem Wochenende abgeschaltet werden, wie Philippe sagte. Damit starte die "erste Phase" der von Präsident Emmanuel Macron verkündeten Energiestrategie.

Das Atomkraftwerk Fessenheim steht am Rheinseitenkanal; Freiburg im Breisgau ist gut 30 Kilometer und Basel etwa 50 Kilometer entfernt. Es ist das erste französische Atomkraftwerk, das unter Macrons Plan abgeschaltet wird. Deutschland hat das schon seit langem gefordert.

Für den Fall eines schweren Atom-Unfalls Behörde: Region Trier mit Jodtabletten ausreichend versorgt

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier hält den Vorrat an Jodtabletten in der Region im Fall eines Reaktor-Unfalls für ausreichend. An alle Kreise und die Stadt Trier seien palettenweise Jodtabletten verteilt worden. Die Bundesregierung hatte vor wenigen Tagen den Vorrat an Jodtabletten aufgestockt.  mehr...

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