Störche in einem Nest (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)

Storchenpopulation in Rheinland-Pfalz

Mehr Klapperschnäbel zieht es in die Pfalz

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In Rheinland-Pfalz gibt es in diesem Jahr wieder mehr Störche und Storchennester. Eine gute Nachricht, denn im Mai hatte es noch ganz anders ausgesehen.

Ein nass-kalter Wettereinbruch hatte im Wonnemonat viele Jungstörche in den Nestern erfrieren lassen. Allerdings gab es nach Auskunft des Storchenzentrums in Bornheim regional große Unterschiede. In der Südpfalz seien einige Regionen stark betroffen gewesen, während es andernorts kaum Verluste gegeben habe. So seien im Raum Bad Dürkheim, Bad Kreuznach und in der Südwestpfalz pro Nest genauso viele Junge gezählt worden wie im Vorjahr.

588 Jungstörche in diesem Jahr

2020 gab es 411 Storchennester im Land. 2019 waren es den Angaben zufolge noch 360 gewesen. Die Storchenpopulation in Rheinland-Pfalz sei damit gewachsen, hieß es. Gezählt wurden in diesem Jahr 588 Jungstörche. Im Jahr zuvor waren es noch 661 Jungtiere gewesen. "Dies sind zwar weniger Junge bei den Nestern, aber der Einschnitt ist nicht so groß wie befürchtet", erklärte die Leiterin des Storchenzentrums Jessica Lehmann.

Störche mit ihrem Nachwuchs (Foto: SWR)
Störche mit ihrem Nachwuchs

Storchenland Pfalz

Der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz galt von 1974 bis 1996 als erloschen. 1997 startete ein Wiederansiedlungsprojekt. Das Lieblingsgebiet für die Klapperschnäbel ist die Pfalz. Die "Storchen-Hauptstadt" ist Bornheim. Tierliebhaber aus dem ganzen Land kommen hier her, um die Tiere zu beobachten. Und sie werden in dem Ort mit 1.500 Einwohnern nicht enttäuscht: Auf Häusern, aber auch auf weniger stabil wirkenden Konstruktionen thronen mächtige Nester. Viele Störche nutzen jedes Jahr wieder dasselbe Nest.

Mikroplastik Gefahr für die Tiere

Die Tierschützer achten besonders auf mögliche Gefahren für die Tiere. Im Gewölle von Störchen finde man immer öfter Gummibänder aus dem Gemüse- und Weinbau, hieß es. Viele Landwirte würden ihre Äcker inzwischen deshalb bereits sauber halten. Jungstörche verendeten nämlich an Plastikteilen im Magen.

Jetzt im November haben sich viele Tiere schon zum Überwintern auf den Weg in den Süden gemacht. Dank kleiner Sender lässt sich ihr Weg verfolgen. Einige rasteten in Spanien und Marokko, andere landeten im mehr als 4.500 Kilometer entfernten Senegal. Und nächstes Jahr heißt es für sie wieder, Kurs auf die Pfalz zu nehmen.

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