Corona-Impfung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

3. Spritze für Ältere und Risikogruppen

Rheinland-Pfalz beginnt mit Auffrischungs-Impfungen gegen das Coronavirus

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Seit dem 1. September können sich besonders gefährdete Menschen ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Das hatten die Gesundheitsminister der Länder Anfang August beschlossen.

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium geht von rund 300.000 Menschen aus, die an der neuen Impfkampagne teilnehmen werden. Mit der Auffrischung sollen sie für den anstehenden Herbst bestmöglich vor dem Coronavirus geschützt werden.

Wer kann sich impfen lassen?

Das Angebot gilt in erster Linie für sehr alte und besonders gefährdete Menschen. Die dritte Impfrunde richtet sich an über 80-Jährige, Personen mit Immunschwäche, Pflegebedürfte, die im eigenen Zuhause leben, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte von Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Im Prinzip geht es um alle, die Anfang des Jahres zur ersten Priorisierungsgruppe gehörten. Wichtige Voraussetzung: Der Abschluss der ersten Impfserie muss den Angaben zufolge mindestens sechs Monate zurückliegen.

Nach dem Impfangebot an diese Gruppe können sich auch jüngere Menschen, die schon mehr als sechs Monate doppelt mit Astrazeneca oder einfach mit Johnson und Johnson geimpft sind, eine Auffrischungsspritze holen. Eine dritte Impfung für Geimpfte mit einer Kreuzimpfung oder vollständig mit mRNA-Impfstoff geimpften Personen ist aktuell nicht geplant.

Welche Impfstoffe werden verwendet?

Geimpft wird mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna. Dabei ist es nicht möglich, sich den Hersteller auszuwählen. Es sei auch nicht nötig, dass der Impfstoff für die Auffrischung mit dem Impfstoff der ersten beiden Impfungen übereinstimme, so das Gesundheitsministerium. Es müsse jedoch ein mRNA-Impfstoff sein.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für die dritte Impfung genug Impfstoff vorhanden. Auch das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat das bestätigt. Es sollte demnach nicht zu langen Wartezeiten kommen.

Wie bekomme ich einen Termin?

Die Impfungen werden von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten vorgenommen. Das ist die Hauptanlaufstelle für alle Menschen, die noch mobil sind. Sie können selbst in ihrer Hausarztpraxis anrufen und einen Termin für die Auffrischungs-Impfung vereinbaren. Auch mobile Impfteams sollen wieder im Einsatz sein.

Sollte der eigene Hausarzt keine Auffrischungs-Impfungen vornehmen, könnten sich die Menschen an andere Hausarztpraxen wenden, so das Gesundheitsministerium. Wenn dies auch nicht erfolgreich sei, könne die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung weiterhelfen.

Wer im Heim lebt, muss nicht selbst aktiv werden und kann abwarten, bis die dritte Impfung dort angeboten wird. Die Einrichtungen bestimmen nach Absprachen mit den Ärzten selbst den Starttermin der neuen Impfrunde. Die ersten seien bereits an diesem Mittwoch gestartet, etwa in Koblenz und Mainz, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte.

Ist eine dritte Impfung sinnvoll?

Noch gibt es dazu keine großen wissenschaftlichen Studien. Aber viele Forscher gehen davon aus, dass eine Auffrischung vor allem bei sehr alten und immungeschwächten Menschen sinnvoll ist. Dazu gehört zum Beispiel auch der Virologe Christian Drosten: "Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter."

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie empfiehlt Auffrischungen bei Menschen über 70. Aktuelle Zahlen aus Israel zeigen, dass dreifach geimpfte Senioren wohl besser vor einer Ansteckung mit der Delta-Variante geschützt sind. Die Gesundheitsminister der Länder hatten Anfang August beschlossen, Älteren und Risikogruppen eine Auffrischung der Corona-Impfung anzubieten.

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Kritiker warnen aber, man solle die Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (Stiko) abwarten. Die Stiko hat noch keine Empfehlung zur dritten Impfung abgegeben. Das fordert aber die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

"Die Stiko hat die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung für eine Drittimpfung auszugeben", sagte der Vorsitzende, Andreas Gassen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gehe darum, diejenigen zuerst durch eine dritte Dosis zu schützen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.

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