Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand eines Zimmers (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Patrick Pleul)

LKA: Zahlen steigen sprunghaft

In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Missbrauchsfotos verbreitet

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In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Abbildungen verbreitet, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen.

Wie das Innenministerium am Montag mitteilte, stieg die Zahl dieser Fälle in Rheinland-Pfalz sprunghaft an. Im Jahr 2019 wurden demnach 681 derartige Delikte registriert. Im vergangenen Jahr sei diese Zahl um 52,4 Prozent gestiegen - auf 1.038 Delikte.

Ermittler: zunehmende Nutzung elektronischer Medien ist schuld

Ein wesentlicher Grund dafür ist nach Einschätzung des Landeskriminalamtes (LKA) die zunehmende Nutzung elektronischer Medien, die eine schnelle Verbreitung von Fotos und Videos erleichterten. Oft würden derartige Dateien in Chatgruppen beispielsweise per Whatsapp geteilt.

Dabei handele es sich grundsätzlich um strafrechtliche Handlungen - sowohl was die Weiterverbreitung als auch die bloße Betrachtung angehe, sagte Spezialermittlerin Anja Klein aus Bad Kreuznach. Die Ermittler müssten jedem einzelnen Strang nachgehen und die Hintergründe klären. Es sei fast schon ein Massendelikt geworden, sagte sie.

Auch mehr Fälle von Kindesmissbrauch

Im Jahr 2019 registrierten die Ermittler 647 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern in Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Jahr dann 670 - ein plus von 3,6 Prozent. Pro Fall fielen rund 60 Arbeitsstunden bei den Ermittlern an, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD). Etwa 130 Spezialisten gingen landesweit - sowohl im Landeskriminalamt als auch in einzelnen Polizeiinspektionen - derartigen Delikten nach. Auf viele Fälle werden die Ermittler durch Hinweise von Internet-Providern und Behörden in den USA aufmerksam gemacht. Erste Anlaufstelle dafür ist das Bundeskriminalamt, das die Fälle dann an die Länder weiterleitet.


Der Spezialdienst der Ermittler in diesem Bereich ist freiwillig, weil er sehr belastend ist. Nicht nur die Bilder, auch "das Weinen und Schreien der Kinder bleiben in Erinnerung", sagt Klein. Für die Beamten gibt es eine spezielle psychosoziale Beratung.

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