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Rund die Hälfte der Spargelsaison ist vorbei. Die Anbauer in Rheinland-Pfalz können bislang nicht zufrieden sein. Die Kälte bremst das Wachstum des Spargels, Corona den Absatz.

"Wenn die Sonne fehlt, kann sich die Erde nicht erwärmen", erklärt der Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), Simon Schumacher. Und ohne Wärme wächst der Spargel nicht. Zur Halbzeit der Spargelsaison bedeutet das bisher weniger Ertrag und entsprechend höhere Preise.

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Rund 12 bis 14 Euro müssten Kunden im Moment für ein Kilo Spargel zweiter Klasse bezahlen, sagte Schumacher der Deutschen Presse-Agentur. Das sei der Spargel, den man für gewöhnlich im Supermarkt bekommt. Der gute "Sonntagsspargel" koste ein bis drei Euro mehr je Kilo. Wer mit Bruch oder verfärbten Köpfen leben könne, komme vor allem bei Direktvermarktern aber auch günstiger an das Gemüse. Noch bleibt rund ein Monat bis zum "Spargelsilvester" am 24. Juni, an dem die Saison traditionell endet.

Qualität und Geschmack des Spargels nicht schlechter

Auch in Rheinland-Pfalz seien die Erntemengen deutlich zurückgegangen, sagt Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd. Allerdings gebe es erhebliche Unterschiede bei den rund 110 Spargelanbauern im Land. Keinen Einfluss hätten die niedrigen Temperaturen auf die Qualität und den Geschmack des königlichen Gemüses.

Zu wenig Nachfrage durch die Gastronomie

Problematisch sei derzeit die Nachfrage, betont Köhr. Die private Nachfrage sei zwar nur geringfügig zurückgegangen, aber die Corona-Auflagen für die Gastronomie machten der Branche schwer zu schaffen. Auch wenn jetzt wieder mehr Gasthäuser öffnen dürften, sei die schlechte Bilanz bis zum Ende der Spargelsaison nicht mehr auszugleichen.

Viele Restaurants sind geschlossen - und können keinen Spargel verkaufen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Viele Restaurants sind geschlossen - und können keinen Spargel verkaufen Picture Alliance

Bereits im vergangenen Jahr - wegen Corona ebenfalls unter erschwerten Bedingungen - wurde in Deutschland laut VSSE deutlich weniger Spargel geerntet, insgesamt 117.563 Tonnen. In Rheinland-Pfalz waren es 5.294 Tonnen, deutlich weniger als 2019 (6.777).

Hohe Kosten für Erntehelfer

Im Corona-Jahr 2020 hatten die Spargelbauern allerdings auch größere Probleme, ausreichend Erntehelfer zu bekommen, weil viele aus dem Ausland nicht einreisen durften. Das sei in diesem Jahr deutlich besser, sagt Köhr. Alle hätten vorher gewusst, was sie erwartet. Zudem hätten die Erntehelfer auch weniger Alternativen gehabt, weil viele Verdienstmöglichkeiten weggefallen seien - etwa in der Gastronomie.

Allerdings sei der finanzielle Aufwand für die Saisonkräfte durch die Hygienemaßnahmen größer geworden. So dürften Wohnräume für die Helfer nur zur Hälfte belegt werden und man brauche mehr Fahrzeuge für den Transport zum Feld. Hinzu kämen die Ausgaben für Tests und Desinfektionsmittel. Das alles könne man nicht auf den Preis des Spargels umlegen.

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