Der Ipfstoffvon BioNTech soll rationiert werden, damit der Impfstoff von Moderna nicht verfällt. RLP sieht darin ein Problem. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Zu viel Moderna auf Lager

RLP kritisiert BioNTech-Impfstoff-Begrenzung - Spahn wehrt sich

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Den Ärzten in Deutschland wird der BioNTech-Impfstoff gekürzt. Sie sollen mehr Moderna-Vakzine bestellen, damit diese nicht verfallen. Rheinland-Pfalz kritisiert das. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt aber sein Vorgehen.

Mehr als 90 Prozent der Ärzte bestellen nach Angaben des Gesundheitsministeriums den Corona-Impfstoff von BioNTech. Das dürfte sich bald ändern, denn niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können ab der kommenden Woche nur noch maximal 30 Impfdosen ordern.

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Spahn meldete sich nach der großen Kritik an diesem Vorgehen nochmals zu Wort. Hintergrund der Deckelung sei, dass der eingelagerte Impfstoff von Moderna für Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommen solle, da er sonst zu verfallen drohe. Zudem sei die Nachfrage nach BioNTech in den letzten beiden Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere. Allein in der neuen Woche würden fast sechs Millionen Dosen an die impfenden Stellen geliefert. Das sei mehr, als es bisher überhaupt an Booster-Impfungen in Deutschland gegeben habe, sagte Spahn.

Spahn: 50 Millionen Impfdosen vorhanden

Mit BioNTech und Moderna gebe es zwei exzellente und hoch wirksame Impfstoffe, so der Gesundheitsminister. Von beiden gebe es genug, um bis Jahresende 50 Millionen Menschen zu impfen, sagte Spahn. In manchen Studien zur Wirkung von Auffrischungsimpfungen schneide eine dritte Impfung mit Moderna sogar besser ab als eine mit BioNTech.

RLP-Gesundheitsminister Hoch: Es drohen viele Terminstornierungen

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) kritisierte die Ankündigung Spahns. Die Ansage sei ohne Rücksprache mit den Ländern erfolgt. Dies gehe völlig an der Realität vorbei und sei "unverantwortlich". Die meisten Menschen in Rheinland-Pfalz würden mit dem Impfstoff Comirnaty von BioNTech geimpft und wollten daher auch die Auffrischung mit diesem Impfstoff haben.

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"Sollte nicht genug BioNTech durch den Bund geliefert werden, drohen viele Terminstornierungen und ein massiver Zeitverzug bei der anstehenden Impfkampagne", sagte Hoch. In Rheinland-Pfalz gelten die niedergelassenen Arztpraxen als erste Anlaufstelle für die Auffrischungsimpfungen, auch wenn acht Impfzentren, Impfbusse und einige Krankenhäuser ebenfalls Booster-Impfungen anbieten.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hatte am Freitag erklärt, beide Impfstoffe seien nach vorliegenden Studiendaten und laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) gleichwertig. "Trotzdem wird es hohen Erklärungsbedarf geben, der wertvolle Zeit bindet, die für das Impfen dann fehlt."

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