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Die Kirchen in Rheinland-Pfalz haben in ihren Silvesterpredigten ihren Schwerpunkt auf die Corona-Pandemie gelegt. Die Kirchenväter dankten den Menschen für ihren Einsatz und für ihr Durchhaltevermögen.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf rief bei seinem Gottesdienst zum Jahresabschluss im Mainzer Dom dazu auf, weiter Rücksichtnahme zum Wohl anderer zu üben. Wichtig sei zudem, das kirchliche Engagement im Sozialbereich zu stärken. Kohlgraf sprach von einem schwierigen Jahr. "Für manchen war es existenzbedrohend, wegen Krankheit, materieller oder auch psychischer Folgen."

Er forderte dazu auf, mit weniger Verbissenheit über die richtigen Maßnahmen in der Krise zu diskutieren. In den vergangenen Monaten seien teils sehr seltsame Debatten über die Maskenpflicht oder Präsenzgottesdienste geführt worden. Dabei würde es allen guttun, "Dampf herauszunehmen und der eigenen Meinung die Unfehlbarkeit zu nehmen." Wegen der Pandemie fanden viele Gottesdienste zum Jahreswechsel ohne Gläubige in den Kirchen statt und wurden im Internet übertragen.

Innerkirchlich gelte es auch im neuen Jahr, "viele Baustellen" beherzt anzupacken, so Kohlgraf. Dabei gehe es nicht nur um Strukturen, "sondern auch um die Frage des kirchlichen Auftrags in dieser Zeit".

Schad dankt allen Ärzten und Pflegekräften

Im nordpfälzischen Otterbach würdigte der evangelische Kirchenpräsident Christian Schad den Einsatz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen beim Kampf gegen das Coronavirus. Die überarbeiteten und völlig erschöpften Pflegerinnen und Pfleger in Italien aus dem März 2020 gehörten zu den unvergesslichen Bildern des vergangenen Jahres, sagte Schad beim Silvestergottesdienst in der Christuskirche. Und auch an diesen Feiertagen gäben unzählige Ärzte, Pfleger und Seelsorger alles, um Menschen in Not zu helfen.

Ein einfaches Zurück zur Normalität werde es nach der Pandemie nicht geben, sagte der Kirchenpräsident. Trotz aller Klugheit und Intelligenz habe der Mensch erfahren müssen, wie hilflos er gegen die Kräfte der Natur sei. Das Vertrauen in Gott könne aber den Menschen Hoffnung und Liebe schenken.

Bätzing ruft zu Gottvertrauen auf

Der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing rief inmitten der Krise zu Gottvertrauen auf. "Der Glaube gibt Halt", sagte Bätzing, der auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist. Dies habe er in dieser Krisenzeit deutlich erfahren und durch viele Menschen bestätigt bekommen. Nicht zuletzt deshalb sei die freie Ausübung der Religion ein so hohes Gut. Nach der Krise sei er entschieden dafür, Veränderungen zuzulassen, die zu einem besseren Leben, zu Entschleunigung, Solidarität und größerer Gerechtigkeit beitrügen.

Rheinland-Pfalz

Weihnachtsgottesdienste in Rheinland-Pfalz Bischöfe rufen zu Glaube und Zuversicht auf

Die Kirchen in Rheinland-Pfalz haben in ihren Weihnachtsbotschaften zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen. Gerade in der Corona-Krise könne die christliche Heilsbotschaft Hoffnung und Halt geben, erklärten leitende Theologen.  mehr...

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