Proben für einen PCR-Test werden von einem Mitarbeiter im Corona-Testzentrum sortiert.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sina Schuldt)

Virus-Mutationen

So wird in Rheinland-Pfalz nach Omikron-Infektionen gesucht

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Die Omikron-Welle hat Rheinland-Pfalz erreicht, die ersten Fälle dieser Virus-Variante sind nachgewiesen. Aber wie wird eigentlich festgestellt, ob es sich bei einer Corona-Infektion um Omikron handelt?

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus geht derzeit zwar zurück, zugleich wächst aber die Sorge vor der Omikron-Variante. Die Mutation breitet sich aus, auch in Rheinland-Pfalz werden immer mehr Fälle nachgewiesen. Das Landesuntersuchungsamt listet in seiner täglichen Aufstellung der Corona-Fallzahlen inzwischen auch die Omikron-Verdachtsfälle und die bestätigten Fälle auf.

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Wird eine Corona-Infektion per PCR-Test zweifelsfrei nachgewiesen, ist damit noch nicht klar, welche Virusvariante vorliegt. Dazu muss die Probe mittels einer Gesamtgenomsequenzierung untersucht werden.

Fünf Prozent der Proben werden auf Mutationen untersucht

Doch nur ein Bruchteil der Proben wird überhaupt sequenziert. Laut Landesuntersuchungsamt (LUA) landen etwa fünf Prozent zufällig ausgewählte Proben im Labor. Das entspricht der Empfehlung des Robert Koch-Instituts.

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium teilte auf SWR-Anfrage mit, dass sich der Prozentsatz der genomsequenzierten Proben auf zehn Prozent erhöhen kann, sofern die Gesamtzahl an neu diagnostizierten Fällen in der vorausgegangenen Woche in Deutschland 70.000 nicht überschritten hat.

Darüber hinaus können die Landesgesundheitsbehörden im Rahmen von Ausbruchsuntersuchungen weitere Sequenzierungen anordnen. Gleiches gilt für Gesundheitsämter, wenn es einen epidemiologisch begründeten Anlass gibt.

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Sequenzierung an ausgewählten Laboren

Für die Sequenzierung von Virusgenomen kommen nur ausgewählte Labore in Frage. Über die technischen Möglichkeiten verfügen etwa die medizinischen Fakultäten an Universitäten und Großlabore. Grundlage ist die "Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Surveillanceverordnung - CorSurV)".

Gesamte Laborliste liegt nicht vor

Die Untersuchungsstellen müssen laut Ministerium unter fachärztlicher Leitung stehen, Teil einer Forschungseinrichtung oder mit einer solchen rechtlich verbunden sein. Eine Aufstellung solcher Einrichtungen, in denen Proben aus Rheinland-Pfalz analysiert werden, liegt dem Ministerium allerdings nicht vor. Privatpersonen kommen im Rahmen der CorSurV-Verordnung nicht als Auftraggeber für die Sequenzierung in Frage.

Die Anzahl der Sequenzierungen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit dem Auftreten von Omikron nicht aufgestockt worden. Die Kosten für die Sequenzierung sind je nach Labor verschieden. Nach CorSurV werden 220 Euro pro Sequenz an die Untersuchungsstelle vergütet, die Abrechnung erfolgt demnach über die Kassenärztlichen Vereinigungen.

     

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Bis zu 150 Untersuchungen pro Woche an der Mainzer Unimedizin

Eine Einrichtung in Rheinland-Pfalz, die Genomsequenzierungen durchführt, ist die Universitätsmedizin Mainz. Niels Lemmermann, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Virologie, koordiniert die Sequenzierungen. Derzeit werden dort laut Lemmermann pro Woche zwischen 100 und 150 Proben untersucht. "Diese stammen zum einen aus der Universitätsmedizin Mainz, sind also eigene Patientenproben. Dann haben wir Proben aus dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der Universitätsmedizin. Die sind Dienstleister für externe Krankenhäuser und andere Einsender. Zusätzlich erhalten wir Proben über die Landesuntersuchungsämter in Koblenz und Landau, und die erhalten ihre Proben von Gesundheitsämtern aus ganz Rheinland-Pfalz".

Im Gespräch mit dem SWR weist Lemmermann darauf hin, das nicht jede corona-positive Probe überhaupt sequenzierbar ist. Bei maximal einem Drittel sei dies technisch möglich. Die Sequenzierung dauere in der Regel 48 Stunden, so Lemmermann.

"Die Proben werden bei uns eingesendet wie normale medizinische Proben, also bruchsicher und auslaufsicher und gekühlt. In der Regel sind das Nasen-Rachen Abstriche. Sie werden unter Standard-Diagnostik-Sicherheitsbedingungen, also unter einer Sicherheitswerkbank, geöffnet. Dann wird von der Probe etwas abgenommen, wir isolieren die virale RNA und spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es auch nicht mehr infektiös." Im Anschluss erfolgt dann die Sequenzierung.

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