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Die trotz jahrhundertelanger Judenverfolgung erhaltenen Synagogen und Friedhöfe in Speyer, Worms und Mainz sollen ins Weltkulturerbe. Dieser Antrag von Rheinland-Pfalz wurde am Donnerstag offiziell in Paris der Unesco übergeben.

Mit einer Entscheidung ist im Sommer 2021 zu rechnen. "Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung als Welterbestätte", hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor einigen Tagen bei der Unterzeichnung des Antrags in der Neuen Synagoge von Mainz gesagt.

Die historischen SchUM-Stätten - benannt nach den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Städte - umfassen die jüdischen Friedhöfe in Worms und Mainz und die Synagogenbezirke in Speyer und Worms. Zu diesen gehören auch mittelalterliche Mikwen, also Ritualbäder.

1.000 Seiten für die Unesco

Nach der Übergabe des Antrags beginnt eine mehrstufige Prüfung. Bereits Anfang März wird eine Mitteilung zur Vollständigkeitsprüfung erwartet. Das insgesamt rund 1.000 Seiten umfassende Dossier für die Unesco besteht aus zwei großen Teilen. Zum einen wird auf etwa 600 Seiten wissenschaftlich fundiert der außergewöhnliche universelle Wert der jüdischen Stätten am Rhein dargelegt. Dieser "Outstanding Universal Value" ist Voraussetzung für die Aufnahme ins Welterbe.

Zum anderen wird in einem etwa 400 Seiten umfassenden Management-Plan erklärt, wie die Stätten dauerhaft und damit für alle kommenden Generationen gesichert und für die Öffentlichkeit erschlossen werden sollen.

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