Ein Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen vor einem OP-Saal (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Soeren Stache)

Mit transplantierten Menschen sprechen

Organspende: Virtuelle Aufklärungsaktion an Schulen startet

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Das Thema Organspende ist schon früh relevant: Mit 16 Jahren darf man einer Organspende zustimmen und bereits ab 14 Jahren widersprechen. Am Montag begann dazu eine landesweite Aufklärungsaktion.

"Das Thema geht jeden an", sagt Angela Ipach. Sie ist Geschäftsführerin und Mitbegründerin von Junge Helden. Der Verein klärt über Organspende auf und ist in diesem Jahr bei vier virtuellen Schulbesuchen der "Schultour Organspende" in Rheinland-Pfalz dabei. Den Anfang machte an diesem Montag eine Realschule Plus in Rheinböllen.

Mit transplantierten Menschen reden

Seit 2018 findet die "Schultour" statt. Organisiert wird sie von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz mit Unterstützung vom Verein Junge Helden. Üblicherweise finden Schulbesuche vor Ort statt. "Aber auch wir sind durch Corona herausgefordert", sagt Ipach. Menschen mit Spenderorganen hätten ein erhöhtes Corona-Risiko. In diesem Jahr werden die Rednerinnen und Redner deshalb virtuell in die Klassenzimmer geschaltet. Sprechen werden in den Schulklassen unter anderem eine Frau und ein Mann, die jeweils seit mehreren Jahren mit einem Spenderorgan leben. Der Mann sei mit 20 Jahren nur wenig älter als die jungen Menschen selbst. "Wir wollen auf Augenhöhe aufklären", sagt Ipach.

Ein Organspendeausweis (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Maurer)
Mit einem Organspendeausweis kann man einer Organspende auch widersprechen. picture alliance/dpa | Daniel Maurer

90 Minuten dauert die Veranstaltung. Nach einem Aufklärungsfilm können Fragen gestellt werden. Das Interesse am Thema sei erfahrungsgemäß groß, sagt Ipach. Nur ein geringer Anteil habe sich üblicherweise bereits intensiv auf eigene Faust mit Organspende beschäftigt oder besitze sogar schon einen eigenen Ausweis.

Auf Basis von Wissen entscheiden

Ipach ist es wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen vollumfänglich aufgeklärt werden und sich dann auf Basis ihres Wissens für oder gegen das Spenden entscheiden können. Wichtig sei immer auch das Gespräch mit den Angehörigen und die Auseinandersetzung damit im Familienkreis. Im Falle des Falles nehme man den Angehörigen eine schwere Entscheidung zum schlimmsten Zeitpunkt ab. Deshalb sei es gut, den Willen des anderen zu kennen.

Alle Schülerinnen und Schüler bekommen bei der Veranstaltung eine Info-Broschüre, die auch zwei Organspendeausweise enthält. "Es gibt keinen Zwang für eine positive Entscheidung", sagt Ipach. Diese müsse auch nicht von heute auf morgen gefällt werden.

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