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Der Streit um die Nutzung von Fremdprogrammen für den Fernunterricht bei rheinland-pfälzischen Schulen geht weiter. Schüler- und Elternvertretung fordern nun freie Wahl bei digitalen Plattformen.

"Alle derzeitigen Fremdprogramme müssen solange verwendet werden dürfen, bis das Land ein Angebot zur Verfügung stellt, welches den Ansprüchen einer fortschrittlichen, digitalen Schule gerecht wird", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Landesschüler*innenvertretung (LSV) und Landeselternbeirat (LEB) Rheinland-Pfalz vom Freitag.

Seit mehreren Jahren nutzten viele Schulen im Land "mangels Alternativen" erfolgreich Fremdprogramme wie beispielsweise Microsoft Teams oder Google Classroom und hätten Konzepte, die auf diesen beruhten. "Unterrichtsinhalte stehen jederzeit auch offline zur Verfügung, alle im Unterricht erarbeiteten Materialien sind für Schüler*innen verfügbar - egal ob krank zu Hause oder gesund im Präsenzunterricht", so Benjamin Knoth, Mitentwickler des E-Learning-Konzepts an der Geschwister-Scholl-Schule Wallhausen & Waldböckelheim.


Dieser Bildungsfortschritt werde durch das geplante Verbot solcher Fremdplattformen vernichtet, die Schulen würden um Jahre in ihrer Arbeit zurückgeworfen, so LSV und LEB.

Bedenken von Datenschutz und Ministerium

Bereits vor einer Woche hatte die LSV das geplante Verbot der Nutzung von Teams in der Schulen kritisiert. Die Lernplattform des Landes, Moodle, sei ebenso instabil wie das erlaubte Videokonferenzsystem BigBlueButton.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wies die Forderung zurück. Sie teile die Bedenken des Landesdatenschutzbeauftragten Dieter Kugelmann.

Es gehe darum, dass es sich bei Teams um ein US-amerikanisches Produkt handele und die amerikanischen Datenschutzregeln mit dem europäischen Recht in bestimmten Bereichen nicht vereinbar seien, so Hubig. "Das hat der Europäische Gerichtshof so entschieden."

Hubig-Aussage ist "Frechheit"

Hubig sagte außerdem, ihr Ministerium hätte Fernprogramme "am liebsten sofort verbannt. Ein solcher Wechsel sei Schülern und Lehrern mitten im Schuljahr aber nicht zuzumuten gewesen.

Dieses Zitat bezeichneten LSV und LEB jetzt als "Frechheit". Die Aussage der Ministerin achte nicht "diejenigen, die sich seit Beginn der Pandemie mit Lernkonzepten und E-Learning auseinandersetzen".

Man müsse die personellen und finanziellen Kapazitäten an allen Schulen bereitstellen, um den Datenschutz zu gewährleisten - egal in welchem Programm, fordert LSV-Vorstandsmitglied Max Schmitt. Eine datensichere Nutzung von Fremdprogrammen sei möglich.

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