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Die Corona-Pandemie in Verbindung mit dem Thema "Bildung" stellt für jüngere Generationen ein großes Problem dar. Wissenslücken tun sich auf.

Auf bis zu 40 Prozent schätzt der Landeselternsprecher in Rheinland-Pfalz, Reiner Schladweiler, die Wissenslücken, die sich bei Schülern im vergangenen und in diesem Schuljahr angesammelt haben. Zwar "nicht bei allen, aber doch bei vielen". Schladweiler vermutet, dass inzwischen jedes fünfte Kind im Land Nachhilfe bekommt.

Schülerhilfe Trier beklagt "Riesenlücken"

Das die Nachfrage nach außerschulischer Unterstützung größer wird, kann der Geschäftsführer des Instituts Schülerhilfe Trier, Marcel Monz, bestätigen. Schon vor Corona hätten sich zunehmend Schüler zur Nachhilfe angemeldet. Aber mit der Pandemie sei die Nachfrage in Trier weiter deutlich gestiegen. "Viele Kinder haben Riesenlücken. Das wird sie noch mehrere Jahre beschäftigen". In seinem Lerninstitut unterrichten und unterstützen bis zu 50 Kräfte Schüler von der Klasse Eins bis 13 - plus Studenten. 16 Unterrichtsräume habe das Institut, aber derzeit gehe alles online, so Monz.

Marcel Monz, Geschäftsführer des Instituts Schülerhilfe Trier sitzt im Homeoffice (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Harald Tittel)
Marcel Monz, Geschäftsführer des Instituts Schülerhilfe Trier picture alliance/dpa | Harald Tittel

In vielen Fällen seien die Eltern die drängende Kraft hinter der Nachhilfe, so der Eindruck des Geschäftsführers der Schülerhilfe Trier. Wenn sie im Homeoffice arbeiteten und nebenbei zwei oder drei Kinder beim Homeschooling unterstützten, stießen sie teils an ihre Grenzen. Dann heiße es zu den Kindern: "Wir ermöglichen dir Unterstützung, da kannst du alle Fragen stellen und bekommst Unterstützung - und wir können unsere Arbeit machen".

Option: freiwilliges Wiederholen eines Schuljahres

Doch wie können die Wissenslücken der jüngeren Generationen geschlossen werden? Landeselternsprecher Schladweiler denkt an einen "Runden Tisch" mit Vertretern des Bildungsministeriums, der Schulen, Lehrer und Eltern. "Es wird nicht einfach, aber wir brauchen Lösungen, um nach den Sommerferien voranzugehen", so Schladweiler. Eine Option sei das freiwillige Wiederholen eines Schuljahres. Aber auch mehr Geld für Lehrkräfte oder Bildungsgutscheine für finanziell schwache Familien, um Nachhilfe zu bezahlen, seien sinnvoll.

Bildungsgutscheine sieht der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) kritisch. "Die finanziellen Spritzen brauchen wir für mehr gut ausgebildetes Personal und multiprofessionelle Teams", sagt die Sprecherin des Verbandes in Mainz. Den Lehrern sei bekannt, dass die Pandemie bei vielen Schülern zu Lernrückständen geführt habe. "Und genau die wissen am besten, wie die Rückstände wieder aufgeholt werden können".

Lehrerverband sieht mehr Eigenständigkeit bei Schüler*innen

Die kleineren Unterrichtsgruppen hätten auch die Schulen jetzt im Wechselunterricht als "Lerngewinn" entdeckt, teilt der VBE mit. Die Lehrkräfte hätten besser auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen können. Zudem gebe es auch anderes Positives: Die Schülerinnen und Schüler lernten derzeit andere Dinge als in "regulären" Zeiten. Und: Generell habe die Eigenständigkeit der Schüler zugenommen, so der Verband.

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