Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), bekommt einen Rachenabstrich für einen Corona-Schnelltest.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Rachen oder Nase?

Corona-Schnelltest-Methoden: Was ist zu beachten

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Corona-Schnelltests - Wir brauchen sie seit Omikron mehr denn je, ob für Schule, Arbeit oder im Privaten. In der Anwendung sind sie unterschiedlich - doch welche Methode ist besser - Rachen oder Nase? Welcher Test erkennt Omikron?

Was den Nachweis von Omikron durch Schnelltests angeht, so liegen derzeit noch nicht viele konkrete Ergebnisse vor. Untersuchungen des Paul Ehrlich-Instituts (PEI) zufolge gibt es aber bisher keine Hinweise darauf, dass die Omikron-Variante durch Antigen-Schnelltests schlechter erkannt wird. Die Untersuchungen diesbezüglich sind in vollem Gange.

Das PEI will ausgewählte Antigentests im Hinblick auf ihre Empfindlichkeit gegenüber Omikron analysieren. Dafür sind Omikron-belastete Proben mit unterschiedlicher Viruslast erforderlich. Erste Ergebnisse der Untersuchung soll es Mitte Februar geben.

"Experimentelle Untersuchungen müssen sorgfältig und qualitätsgesichert erfolgen, so dass nach derzeitiger Planung erste Ergebnisse Mitte Februar zu erwarten sind."

Schnelltests in Nase oder Rachen: Was ist die bessere Methode?

Ob Rachen oder Nase: Hier gibt es kein besser oder richtig, sagt der VDGH. Das ist der Verband der Diagnostica-Industrie, zu dem auch Testhersteller gehören. Die meisten Antigen-Schnelltests sind für Proben aus der Nase und/oder dem Rachen bestimmt.

Es sei eher der Gewohnheit desjenigen geschuldet, der die Probe nehme, so Katharina Friedel vom VDGH, - oder, wenn eine Testperson eine Vorliebe für die eine oder andere Abnahme-Technik äußere. Beide Probenahme-Verfahren sind demnach technisch unkompliziert.

Handhabung von Selbsttests nicht unterschätzen

Wichtig sei aber die richtige Handhabung der Schnelltests. Die ist laut VDGH vor allem bei den Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung, den sogenannten Selbsttests, wichtig. Diese Selbsttests unterscheiden sich nicht methodisch, müssen aber absolut sicher in der Handhabung durch Laien sein. Für sie gelten deshalb besondere Zulassungsbestimmungen. In den Testzentren oder Apotheken werden hingegen für Bürger Antigen-Schnelltests für den professionellen Gebrauch verwendet. Diese sind in der Anwendung für geschultes Personal gedacht.

Corona-Schnelltests stehen in einer Teststelle neben Stoppuhren. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Diese Fehlerquellen können Sie bei Selbsttests vermeiden

Selbsttests sind mittlerweile für viele Menschen Routine. Aber Hand aufs Herz, wer hat nicht schon mal gedacht, schnell mal das Stäbchen in die Nase, ein bisschen hin und her - fertig. Das PEI weist darauf hin, dass Fehler bei der Probenahme eine nicht zu unterschätzende Fehlerquelle beim Selbsttest seien.

Dies beziehe sich auf die Zeitdauer und Anzahl der Tupfer-Drehungen bei der Probenahme, die Zeitdauer und Vorgehensweise beim Einweichen der Probe, auf die Anzahl der aufzutragenden Tropfen sowie die Dauer der Einwirkzeit. Außerdem sollte beim Ablesen des Testergebnisses die Kontrollbande klar sichtbar sein. Daneben sei die Bande bei einem positiven Ergebnis visuell manchmal schwer zu erkennen.

Fehlerquelle Lagerung der Schnelltests

Axel Oppold-Soda ist Fachreferent beim ALM e.V. - dem Interessenverband der akkreditierten medizinischen Labore in Deutschland. Er sagt, der richtige Gebrauch fange schon bei der Lagerung an. Viele Bürgertests müssen bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Oppold-Soda fragt sich, ob das beispielsweise in den Testzelten draußen immer so eingehalten werden kann bei den derzeitigen Außentemperaturen.

Liste: Paul Ehrlich-Institut bewertet Test-Empfindlichkeit

Das PEI bewertet stichprobenartig die Empfindlichkeit von in Deutschland angebotenen SARS-CoV-2-Antigentests, auch Schnelltests. Grundlage bildet eine vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angebotene Liste. Das BfArM führt dort Antigentests auf, die nach der Coronavirus-Testverordnung erstattungsfähig sind.


Hierzu muss der Hersteller oder ein autorisierter Vertreter einen Antrag auf Aufnahme in die Liste stellen. Zwingende Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass die Tests die vom PEI und Robert Koch-Institut (RKI) festgesetzten Mindestkriterien erfüllen. Die BfArM-Liste stellt also entsprechend keinen Marktüberblick dar, sondern dient lediglich dem Zweck der Erstattungsfähigkeit.

Empfehlungen und Fazit

Es gibt viele unterschiedliche Tests, doch welche Testmethode jeder wählt, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht so entscheidend. Wichtig ist aber die richtige Durchführung der Tests. Empfehlungen geben unabhängige Institute wie das PEI nicht ab.

Auch wichtig- die Antigentests (3 verschiedene von Roche, Siemens und Flowflex) sind auch bei Omicron positiv und funktionieren! https://t.co/KPdu3opddI https://t.co/PsfupRQsf1

Sandra Ciesek, unter anderem Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, hatte zumindest bezüglich der Erkennung von Omikron Informationen in diesem Tweet weiter gegeben.

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