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Die Sana Kliniken AG soll das Management des finanziell angeschlagenen Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (GKM) übernehmen. Privatisiert werde es laut der Klinik damit allerdings nicht.

Der Koblenzer Oberbürgermeister und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung David Langner (SPD) ist nach eigenen Angaben davon überzeugt, mit Sana einen guten Partner gefunden zu haben: Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein könne von dessen Erfahrung in der jetzigen wirtschaftlichen und personellen Situation profitieren.

Zum GKM gehören fünf Krankenhäuser in Koblenz, Mayen, Boppard und Nastätten. Anteile an diesen Kliniken erhalte die Aktiengesellschaft allerdings nicht. Es sei vereinbart, dass Sana das Management übernimmt, sobald das Bundeskartellamt seine Zustimmung erteilt. Der GKM-Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Vohl sagte, an den Besitzverhältnissen ändere sich damit nichts. "Unser GK-Mittelrhein verbleibt in den aktuellen Trägerschaften. Es handelt sich also nicht um eine Privatisierung." Die Sana Kliniken AG gilt als der drittgrößte private Klinikbetreiber in Deutschland.

Bätzing-Lichtenthäler: Kontinuität muss wiedergewonnen werden

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hatte sich bereits Anfang Februar zur Lage des GKM geäußert und erklärt, es gebe verschiedene Optionen bis hin zum Einstieg eines starken Partners. Dementsprechend positiv schätzt die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) die Entscheidung ein: Die Krankenhäuser des GKM seien für die Menschen in der Region sehr wichtig.

Es sei unerlässlich, jetzt mit einer kompetenten Geschäftsführung schnell wieder Kontinuität zu gewinnen und die Krankenhäuser gut für die Zukunft aufzustellen. Auf SWR-Nachfrage sagte Staatssekretär Alexander Wilhelm, er hoffe, dass sich mit der Sana Kliniken AG die Situation nun beruhige.

Dauer

Unternehmen in finanziellen Nöten

Zuvor hatten der Koblenzer Stadtrat und der Kreistag Mayen-Koblenz beschlossen, dass Gemeinschaftsklinikum finanziell zu unterstützen. Vorgesehen ist, ein zinsloses Darlehen von je drei Millionen Euro zu gewähren. Die anderen vier Gesellschafter steuern insgesamt noch einmal 2,2 Millionen zu.

Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2019 hat nach Angaben des Klinikums zur aktuellen Situation beigetragen. So sei es an einzelnen Standorten zu einem Leistungsrückgang im stationären Bereich gekommen. Auch die geplante Erweiterung des Leistungsspektrums habe, verursacht auch durch den Fachkräftemangel im Gesundheitssektor, nicht stattfinden können. Deshalb soll ein Sanierungskonzept umgesetzt werden.

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