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Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, steht für eine mögliche zweite Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz nicht zur Verfügung. Die Bischöfe in Rheinland-Pfalz würdigten seine Arbeit. Er habe die Bischofskonferenz souverän durch schwierige Jahre geführt.

"Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen. Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt", begründete der frühere Trierer Bischof den Schritt in einem Brief an die deutschen Bischöfe.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Ackermann bedauert Rückzug und winkt Nachfolge ab

Bischof Stephan Ackermann bedauerte die Entscheidung seines Vorgängers in Trier. Marx habe den Vorsitz in den vergangenen sechs Jahren "mit großer Energie, mit Mut und zukunftsorientiert" wahrgenommen, erklärte Ackermann. Er sei Marx sehr dankbar dafür, was er "in bewegten Jahren" geleistet habe. Ackermann selbst hat keine Ambitionen Marx' Nachfolger zu werden, teilte eine Sprecherin des Bistums Trier mit. Er sehe seinen Beitrag für die Bischofskonferenz in seinen aktuellen Aufgaben.

Wiesemann: Entscheidung verdient großen Respekt

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann nannte Marx einen wichtigen Brückenbauer zum Papst und in die Weltkirche. "Die Herausforderung zu einer Erneuerung und Reform der Kirche ist er entschlossen angegangen", sagte Wiesemann. Die Entscheidung verdiene großen Respekt. Marx habe die Deutsche Bischofskonferenz souverän durch schwierige Jahre des gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruchs geführt. In gesellschaftspolitischen Fragen habe Marx den Positionen der katholischen Kirche wirkungsvoll Gesicht und Stimme verliehen.

Bätzing: Marx gibt ein Beispiel

Der Limburger Bischof Georg Bätzing lobte, Marx sei ein mutiger Vorsitzender gewesen und habe nötige Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt. Als Beispiele nannte er den Synodalen Weg und die Strukturreform des Verbandes der Diözesen Deutschlands. "Ich habe mich durch ihn kraftvoll und angemessen vertreten gewusst", sagte Bätzing. Marx gebe mit seinem Verzicht auf eine Wiederwahl ein Beispiel. "Wenn wir auf dem Synodalen Weg über Macht und Gewaltenteilung sprechen, dann ist seine Entscheidung auch ein Zeichen, dass man übertragene Verantwortung und Macht im guten Sinne abgeben kann."

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