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Unzählige Theateraufführungen und Konzerte fallen aus, Museen haben geschlossen - mit jedem Tag der Corona-Krise wächst der Druck auf die Kulturszene. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt Kulturschaffende deshalb mit 15,5 Millionen Euro.

Das kündigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Kulturminister Konrad Wolf (SPD) am Dienstag in Mainz an. Die Landesregierung wolle die Kultur stärken und für die Krisenzeit Möglichkeiten schaffen, Kultur stattfinden zu lassen. Das Sechs-Punkte-Programm sei bis Jahresende vorgesehen - ungefähr die Hälfte des Geldes, 7,5 Millionen Euro, als Arbeitsstipendium für Künstler aller Sparten, sagte Wolf.

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Demnach könnten Musiker, bildende und darstellende Künstler 2.000 Euro für die Erarbeitung neuer Werke bekommen und diese auf einer Online-Plattform präsentieren. Mit den Stipendien könnten etwa drei Viertel der Künstler erreicht werden, so Wolf.

Auch Kultureinrichtungen, -vereine und Programmkinos werden gefördert

Zweiter Schwerpunkt des Programms - mit 4,5 Millionen Euro - sind die vom Land geförderten Kultureinrichtungen. Ihr Arbeiten unter veränderten Bedingungen soll damit gesichert werden. Zwei Millionen Euro sind für Kulturvereine vorgesehen, eine weitere Million Euro ist für Neue Medien eingeplant. Kultureinrichtungen und Künstler können damit neue Formate entwickeln. Für die rund 20 Programmkinos ist eine halbe Million Euro eingeplant.

Mit dem Programm trete das Land in Vorleistung, weil der Bund trotz des Drängens der Länder noch keine Hilfe in Aussicht gestellt hat, sagte Wolf. Auf einen entsprechenden Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gebe es noch keine Antwort. In dem Schreiben bittet der Vorsitzende der Kulturministerkonferenz, Bayerns Kulturminister Bernd Sibler (CSU), im Antrag seiner Amtskollegen Grütters, "in Abstimmung mit den Ländern ein umfassendes Programm der Bundeshilfen für den Kulturbereich auf den Weg zu bringen".

Kein eigenes Soforthilfeprogramm

Ein eigenes Soforthilfeprogramm des Landes für Künstler wie etwa in Baden-Württemberg soll es in Rheinland-Pfalz nicht geben. Ministerpräsidentin Dreyer verwies auf die Existenzsicherung für Solo-Selbständige, die Künstler beim Jobcenter beantragen könnten.

Die CDU-Opposition fordert, wie in Baden-Württemberg sollten Künstler auch in Rheinland-Pfalz für drei Monate knapp 1.200 Euro pro Monat vom Land bekommen können. Gleichzeitig fordert die rheinland-pfälzische CDU die Landesregierung auf, ein Konzept für eine mögliche Lockerung im Kunst- und Kulturbereich zu erarbeiten.

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