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Rheinland-Pfalz nimmt geflüchtete Familien mit schwerkranken Kindern von den griechischen Inseln auf - insgesamt 66 Menschen. Das teilte die Landesregierung mit. Eigentlich wollte das Land mehr Menschen aufnehmen.

Man habe sich bereit erklärt, etwa 150 Migranten aufzunehmen, vom Bund aber 66 zugewiesen bekommen, sagte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) am Dienstag. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wolle insgesamt 918 Jungen und Mädchen samt Eltern und Geschwistern aus den Flüchtlingslagern nach Deutschland holen. Die Bundesländer hätten zusammen aber die Aufnahme von 2.100 angeboten. Die Zustände in den Flüchtlingslagern seien katastrophal, sagte Spiegel. "Ich kann mir das als Mutter kaum vorstellen, was das bedeutet, dort mit einem schwerstkranken Kind zu sein."

Flüchtlinge sollen ab Ende Juli kommen

Die Familien sollen Ende Juli/Anfang August nach Deutschland kommen. Sie müssten dann erst einmal in Quarantäne und würden anschließend auf die Bundesländer verteilt, sobald klar sei, welche Krankheiten die Kinder und Jugendlichen hätten. Es werde bereits vorgeklärt, in welcher Klinik in Rheinland-Pfalz sie behandelt werden können.

Die Kirchen und die kommunalen Spitzenverbände seien über die Pläne auch schon informiert. "In den Kommunen gibt es jenseits des Parteibuchs großes Engagement", sagte Spiegel. Die Aufnahmebereitschaft der anderen Bundesländer sei sehr hoch. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen, Berlin und Thüringen sei Rheinland-Pfalz aus humanitären Gründen bereit, mehr Familien mit schwerkranken Kindern aufzunehmen. Sie hoffe, dass andere europäische Länder diesem Beispiel folgten.

Spiegel für Aufnahme von 5.000 Menschen

Spiegel sprach sich erneut dafür aus, dass Deutschland 5.000 besonders schutzbedürftige Menschen aus den griechischen Lagern aufnimmt. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte im März beschlossen, zusammen mit anderen EU-Staaten aus Griechenland insgesamt etwa 1.000 bis 1.500 Kinder zu holen und zu betreuen.

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