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Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Rheinland-Pfalz steigt wieder stärker an - für viele Kreise und kreisfreie Städte gelten die Warnstufen Orange oder Rot. Wir erklären, was das konkret bedeutet.

Die Lage für die Menschen in Rheinland-Pfalz wird immer unübersichtlicher. Das liegt vor allem daran, dass in den verschiedenen Landkreisen und kreisfreien Städten auch unterschiedliche Regeln gelten - je nach der Zahl der Infizierten. Es gibt aber auch viele Maßnahmen, die für alle gelten. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was muss ich beachten, wenn ich in einem Risikogebiet wohne?

Sie müssen sich vor allem zeitnah und detailliert über die jeweils geltenden Regelungen in Ihrer Kommune und in allen anderen Gebieten informieren, in denen Sie etwas unternehmen möchten. Eine Liste der betreffenden Seiten aller rheinland-pfälzischen Kommunen finden Sie auf der Seite "Corona Warn- und Aktionsplan RP".

Wohin soll und kann ich noch reisen?

Bundesregierung und Landesregierung rufen dazu auf, nicht dringend notwendige Reisen möglichst zu vermeiden. Innerhalb Deutschlands gibt es aber keine grundsätzlichen Einreiseverbote für Menschen, die aus einem Risikogebiet kommen. Allerdings darf man in bestimmten Bundesländern zum Beispiel nicht in einem Hotel oder einer Herberge übernachten, wenn man aus einer Region kommt, wo es besonders viele Neuinfektionen gab. Häufig gibt es dabei aber auch Ausnahmen wie zum Beispiel das Vorweisen eines negativen Coronatests. Was wo derzeit gilt, steht auf den Corona-Seiten der einzelnen Bundesländer, eine Liste der relevanten Seiten hat das Bundesgesundheitsministerium zusammengestellt.

Bei Reisen ins Ausland gelten die Regelungen der einzelnen Länder. In EU-Ländern ist der Urlaub für Deutsche grundsätzlich möglich, außerhalb der EU ist eine Einreise oft nicht erlaubt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie aus einem deutschen Risikogebiet kommen.

Wer darf in Risikogebiete einreisen?

Hier gibt es keine Unterschiede zwischen Kommunen mit hohen oder niedrigen Corona-Zahlen. Das Beherbergungsverbot wird in Rheinland-Pfalz nicht angewendet. Reisende, die aus innerdeutschen Risikogebieten nach Rheinland-Pfalz kommen, müssen also nicht in Quarantäne.

Anders sieht es bei Einreisen aus dem Ausland aus: Hier gilt eine Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Risikogebieten. Diese müssen sich unverzüglich nach der Einreise in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben oder einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Quarantänepflicht gilt nicht für Personen auf der Durchreise.

Darf ich Angehörige in Kliniken oder Seniorenheimen besuchen?

Bei den Kliniken in Rheinland-Pfalz ist das unterschiedlich geregelt. So erlaubt das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern derzeit pro Tag und Patient höchstens zwei Besucher, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier nur einen. Allerdings, betont Pressesprecher Dennis Kolter vom Westpfalz-Klinikum, spiele die Herkunft der Besucher dabei keine Rolle: "Wir vertrauen auf die Eigenkontrolle."

Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen Besuch von maximal zwei Angehörigen oder nahe stehenden Personen pro Tag empfangen. Die Besuchszeiten sind nicht eingegrenzt. Auch hier spielt es keine Rolle, woher die Besucher kommen.

Wo muss ich eine Maske tragen?

Seit April müssen beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen sogenannte Alltagsmasken getragen werden - Mund und Nase müssen bedeckt sein. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld von 50 Euro.

Ab Corona-Warnstufe Orange wird die Maskenpflicht ausgeweitet. Dann gilt sie auch überall, wo viele Menschen zusammenkommen, beispielsweise auf Einkaufsstraßen oder Wochenmärkten.

Mit wie vielen Menschen darf ich mich noch treffen?

Bei öffentlichen Innenveranstaltungen sind grundsätzlich bis zu 250 Menschen erlaubt, bei Außenveranstaltungen 500. Diese Zahl reduziert sich je nach Corona-Warnstufe und Kommune. So sind etwa in Mainz (Warnstufe Rot) derzeit nur 50 Personen (innen) und 250 (außen) erlaubt.

An privaten Feiern dürfen grundsätzlich höchstens 75 Menschen teilnehmen, auch hier gibt es örtlich deutliche Einschränkungen, so erlaubt der Kreis Vulkaneifel (Warnstufe Rot) derzeit nur 10 Personen aus zwei Haushalten.

Wie sieht es mit Krankschreibungen bei Erkältungen aus?

Bei Erkältungserkrankungen kann man sich jetzt wieder telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Diese Sonderregelung gilt zunächst bis zum Jahresende. So sollen in der Corona-Krise volle Wartezimmer und das Ansteckungsrisiko verhindert werden. Die Ärzte müssen die Patienten persönlich am Telefon zu ihren Beschwerden befragen. Die Krankschreibung kann für sieben Tage gelten und telefonisch einmal verlängert werden.

Welche Regeln gelten für wen?

Zunächst einmal gelten in Rheinland-Pfalz grundsätzlich für alle Einwohner die gleichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Diese sind festgelegt in einer Landesverordnung, die ständig aktualisiert wird. Die örtlichen Behörden dürfen aber eigene Maßnahmen ergreifen, um auf regionale Entwicklungen reagieren zu können. Diese Maßnahmen dürfen über die Landesverordnung hinausgehen.

Was bedeuten die einzelnen Corona-Warnstufen?

MIt dem "Corona Warn- und Aktionsplan RLP" hat das Land den Kommunen eine Handlungsempfehlung an die Hand gegeben. Ziel ist es laut Landesregierung, dass "passgenau auf wieder steigende Infektionszahlen regional reagiert werden kann, um die daraus resultierenden negativen wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen für die Gesellschaft so gering wie möglich zu halten".

Der Plan sieht eine allgemeine Regelung sowie drei Stufen vor, die sich an der 7-Tage-Inzidenz orientiert - also der Zahl der neuen Corona-Fälle innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner.

Wo gibt es weitere Infos?

Für alle Fragen zum Coronavirus informiert das Land Rheinland-Pfalz auf der Seite corona.rlp.de. Außerdem gibt es eine Hotline unter der Nummer 0800 / 575 8100. Sie ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 15 Uhr erreichbar.

Darüber hinaus gibt es in den Kreisen und kreisfreien Städten entsprechende Infos, eine Liste der betreffenden Seiten aller Kommunen finden Sie auf der Seite "Corona Warn- und Aktionsplan RP".

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