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Züge werden wieder voller, die Flugzeuge auch, ab 2. Juli sollen auch Busunternehmen in Rheinland-Pfalz wieder Reisen anbieten dürfen. Denen ist das zu spät und mit zu vielen Einschränkungen verbunden.

Seit Monaten dürfen in Rheinland-Pfalz keine Reisebusse fahren. Jetzt hat die rheinland-pfälzische Landesregierung in Aussicht gestellt, ab 2. Juli könnte es wieder losgehen - allerdings mit Einschränkungen. Die Corona-Infektionszahlen sprächen dafür, auch im Reisebusverkehr Lockerungen zu ermöglichen.

Rheinland-pfälzische Reisebusse fordern früheren Start

"Viel zu spät", meint die Sprecherin des Omnisbusverbandes Süd-West e.V. Claudia Krebs. In anderen Bundesländer dürften Busunternehmen schon jetzt Fahrten anbieten. Gerade Unternehmen an den Landesgrenzen hätten dadurch das Problem, dass die Kundschaft bei Firmen im Nachbarland, wie etwa Nordrhein-Westfalen Reisen buche.

"Das ist eine riesige Ungleichbehandlung der rheinland-pfälzischen Betriebe gegenüber denen in anderen Bundesländern", kritisiert Krebs. Die Zurückhaltung der rheinland-pfälzischen Landesregierung sei nicht nachvollziehbar. Die Busunternehmen nähmen die Sicherheit ihrer Fahrgäste sehr ernst, alle Busse seien inzwischen mit Klimatechnik ausgestattet, die einen regelmäßigen Luftaustausch garantiere.

Omnisbusverband Süd-West hält geplante Einschränkungen für unbegründet

Zu den geplanten Einschränkungen für Busunternehmen teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium auf SWR-Anfrage mit: "Die genauen Details werden derzeit erarbeitet. Den Wortlaut der finalen Verordnung, die Ende kommender Woche in Kraft treten soll, gilt es abzuwarten."

Im Stufenplan der Landesregierung heißt es, Busreisen sollten wieder möglich sein, allerdings dürften die Unternehmen nur 50 Prozent ihrer Sitzplätze im Bus besetzen. Das bringt die Sprecherin des Omnibusverbandes Südwest auf die Palme. "Züge und Flugzeuge dürfen brechend voll sein und für die Busunternehmen gibt es diese Obergrenze, mit der kein Busunternehmen rentabel wirtschaften kann." Der Verband habe schon etliche Mails an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geschrieben. "Wir haben nie eine Antwort bekommen", sagte Krebs enttäuscht.

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Die Reisebusunternehmer in Rheinland-Pfalz fordern, dass ein Bus voll besetzt werden darf, wenn die Fahrgäste vollständig geimpft sind oder eine Corona-Infektion durchgemacht haben. Verbandssprecherin Krebs, die selbst ein Reisebusunternehmen führt, sagte: "70 Prozent unserer Fahrgäste sind mittlerweile sowieso geimpft." Bei Fahrten mit negativ getesteten Fahrgästen fordert der Verband, dass Genesene und vollständig Geimpfte bei Passagierbeschränkungen nicht mitgezählt werden, also bei der Rechnung noch oben drauf kommen.

"Nirgendwo sonst werden die Daten der Kontaktpersonen so genau erfasst, wie bei uns", sagte Krebs, "nach einer Busfahrt, weiß das Unternehmen ganz genau wer neben wem saß, ob er geimpft war oder einen negativen Test vorgelegt hat." Das sei bei der Bahn zum Beispiel nicht der Fall und trotzdem gebe es diese Ungleichbehandlung der Busunternehmen. "Wir verstehen das nicht."

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